Archiv des Autors: Dr. med. G. Schönberger

Praxis-Info Oktober 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

Trotz der manchmal noch warmen Herbsttage steht unverkennbar die kalte Jahreszeit vor der Tür. Diese ist erfahrungsgemäß nicht nur die Zeit für sogenannte banale Infekte der Atemwege sondern aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus leider auch die Zeit für schwerwiegend und eventuell tödlich verlaufende                  

                  I N F E K T E     D E R    A T M U N G S O R G A N E

 Wobei es sich hierbei, in der Zeit der unverändert anhaltenden Coronaepidemie um eine Infektion mit dem  nach wie vor hochansteckendem Covid-19-Virus und dem nicht minder gefährlichen Influenzavirus  handeln kann.

Allerdings können solche Infektionen der oberen Luftwege auch durch  Bakterien verursacht werden. Auch in einem solchen Fall kann eine Infektion zu erheblichen Komplikationen, wie zum Beispiel zu einer Lungenentzündung, führen. Ihr Arzt ist durch eine körperliche Untersuchung und durch die Anfertigung des Blutbildes in wenigen Minuten in der Lage zwischen einer viral oder bakteriell verursachten Erkältungskrankheit zu unterscheiden. Bei einer bakteriellen Ursache der Erkrankung ist dann, um Komplikationen und schwerere Verläufe zu vermeiden, meist eine Therapie mit einem Antibiotikum erforderlich.

Bei einem durch eher harmlose  Rhinoviren ausgelösten Infekt zeigen Antibiotika keine therapeutische Wirkung. Da eine Unterscheidung der Ursache für eine zunächst möglicherweise harmlos wirkende Erkältung gerade in Zeiten der Coronaepidemie  und der wie alle Jahre um diese Zeit vor der Türe stehenden Grippesaison für den Laien nicht möglich ist, empfiehlt sich bei einem Verlauf von mehr als drei Tagen ohne erkennbare Besserung auf jeden Fall der Arztbesuch  um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden!

Einzig geeignet zur Abwehr  solch schwerwiegenden Erkrankung sind neben den allseits bekannten Hygienemaßnahmen  die   nun Gott sei Dank zu Verfügung stehenden  Covidimpfstoffe   in Verbindung mit dem saisonalen Grippeimpfstoff.

Wir  planen ab dem 04.10.2021 den Beginn der Impfungen gegen den aktuellen Virusgrippeerreger.

Der Impfschutz besteht nach einer einmaligen Impfung für etwa sechs Monate. Sie können damit also die Hauptansteckungszeit für eine Virusgrippe, nämlich die Herbst – und Wintermonate geschützt vor einer Influenza überbrücken. Lassen sich von uns impfen! Eine vorherige Anmeldung ist jedoch wegen der Hygienevorgaben des Infektionsschutzgesetztes während der Coronapandemie  unbedingt erforderlich. Beachten Sie dabei weiter die Regeln der Prophylaxe gegen eine Ausbreitung des Covid-19-Virus. Handdesinfektion, Abstand halten und konsequentes Tragen der Mund-Nasen-Masken. Sie schützen damit sich und uns gegen eine Infektionskrankheit gegen die es zur Zeit  keine medikamentöse Therapie aber einen Impfstoff gibt!  Wir hoffen Sie haben die Chance zur vollständigen Impfung gegen den Covid-19-Virus bereits genützt. Wenn nicht, lassen Sie sich einen Termin bei uns zum Aufbau eines ausreichenden Impfschutzes geben. Nachdem  nun die STIKO die Vorgaben zur Coronaauffrischungsimpfung präzisiert hat, führen wir diese auch bei uns nach diesen Empfehlungen durch. Dabei ist zu beachten dass der Abstand zur letzten Covidimpfung mindestens 6 Monate beträgt. Zwischen einer Coronaimpfung  und der Impfung gegen die Influenza sollten  zur Kontrolle eventueller Nebenwirkungen mindestens 2 Wochen liegen.

 

Wer sollte sich nun unbedingt gegen beide Viruserkrankungen impfen lassen?

  1. Alle Personen mit einem reduzierten Infektionsschutz: z.B. Diabetiker, Stoffwechselerkrankte, Tumorpatienten, Patienten mit einer abgelaufenen EBV – Infektion (Pfeiffer`sches  Drüsenfieber), Fibromyalgiepatienten, Patienten mit Blutkrankheiten ( Mangel an weißen Blutkörpern ) und generell  Personen ab dem 60. Lebensjahr durch die Influenzaimpfung und  durch 2-malige Covidimpfung bzw. durch Auffrischung der Covidimpfung.
  2. Personen mit vielen Menschenkontakten z.B.   Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegepersonal, Personen im Schalterdienst, Lehrer, Arzthelferinnen , Krankenschwestern, Ärzte.
  3. Personen mit hoher körperlicher Belastung z.B. Schichtarbeiter, Nachtdienstarbeiter, Sportler.
  4. Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Einschränkung der Lungenfunktion ( COPD, Asthma bronchiale).
  5. Schwangere ab dem 6. Schwangerschaftsmonat sowohl mit der Influenzaimpfung als auch mit einer Impfung gegen das Covid-Virus.

 

Während einer banalen Erkältungskrankheit sollte jedoch kurzfristig auf eine  der beiden Virusimpfung verzichtet werden. Nach Abklingen einer solchen Infektion sollte dann allerdings unverzüglich geimpft werden.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, möchten wir  jedoch darauf hinweisen, dass zum Beispiel eine Impfung gegen die  Virusgrippe nicht  gegen einen banalen Schnupfen oder eine banale Infektion der oberen Luftwege schützt. Bei einer solchen Erkrankung stehen, wie bereits ausgeführt, bewährte Medikamente der Allo –  und Homöopathie zur Verfügung.

Sollten Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, beraten wir Sie jederzeit gerne.

Ihr Praxisteam

Praxis-Info September 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst eine Information zur Drittimpfung zur Covidprophylaxe. Dazu gibt es im Moment noch keine Empfehlung der STIKO. Eine solche werden wir zunächst abwarten. Wir werden Sie aber, sobald Regelungen vorliegen  unterrichten und beraten. Wir bitten noch um Geduld.

Wir möchten Sie auch in dieser Praxisinfo zu einem wichtigen medizinischen Thema informieren:               KOPFSCHMERZ

Der Wissenschaft sind 367 Arten von Kopfschmerzen bekannt. Nach statistischen Erhebungen der Krankenkassen haben 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Kopfschmerzen. Man unterscheidet dabei zwischen primären Kopfschmerzen und sekundären Kopfschmerzen die durch unterschiedliche Gesundheitsstörungen ausgelöst werden können. Als Folge von Kopfschmerzen werden in Deutschland jährlich 2,55 Milliarden Kopfschmerztabletten eingenommen. Das geschieht häufig ohne ärztliche Kontrolle, da viele Kopfschmerztabletten frei verkäuflich sind. Aus diesem Konsumverhalten kann sich der sogenannte „Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz“ entwickeln. Dieser steht in der Statistik der primären Kopfschmerzen nach der Migräne, dem Clusterschmerz und dem Spannungskopfschmerz an vierter Stelle der Häufigkeit von Kopfschmerzen, denn Kopfschmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol schaffen bei längerer Einnahme eine Abhängigkeit in Form von Entzugskopfschmerzen. Die Betroffenen kommen dann ohne Kopfschmerzmedikamente nicht mehr zurecht. Hier hilft dann nur eine längerfristige Einnahmepause. Um die Entwicklung dieser Kopfschmerzart zu vermeiden sollte man diese Kopfschmerzmittel maximal an drei aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Sollten danach die Beschwerden immer noch bestehen empfiehlt es sich den Arzt zu konsultieren, um eventuell schwerwiegende Ursachen der aktuellen Kopfschmerzen auszuschließen.

 Primäre Kopfschmerzen und deren Symptome:

  1. Spannungskopfschmerz: Muskuläre Nackenschmerzen, drückend wie ein Eisenring um den gesamten Kopf. Keine vegetativen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Dauer Minuten bis Tage, meist ausgelöst durch konzentrierte Arbeit in starrer Haltung z. B. am Computer. Besserung durch Entspannungsübungen (Jacobson) und Bewegung an der frischen Luft.
  2. Migräne: Vorboten über 4 bis 48 Std. mit Übelkeit und Erbrechen, Lichtscheu, Schwindel, zunächst halbseitiger pulsierender Kopfschmerz, Dauer von 4 bis 72 Std., Beschwerden verstärkt durch körperliche Tätigkeit. Verhinderung durch rechtzeitige Einnahme von speziellen Migränemedikamenten.
  3. Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Neuralgie): Halbseitiger Kopfschmerz. Häufig ein bis zwei Std. nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden oder nach dem Mittagessen. Schmerzcharakter unerträglich, reißend und bohrend in der Regel um ein tränendes Auge herum mit Lidschwellung und verstopfter Nase. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. Oft durch sehr histamin- haltige Speisen oder Getränke, z. B. Rotwein ausgelöst. Dauer mehrere Stunden, Ursachenermittlung z. B. Schmerztagebuch und Vermeidung der Auslöser.

 Sekundäre Kopfschmerzen und deren Ursachen:

  1. Bluthochdruck: sowohl hoher, als auch niedriger Blutdruck sind die häufigsten Ursachen für sekundäre Kopfschmerzen.
  2. Schädelhirntraumen: Hirnerschütterung, Schädelprellungen.
  3. Veränderungen an der Halswirbelsäule: mit Muskelverspannungen.
  4. Veränderungen der Sehstärke: Neue Brille, Computerarbeitsplatz.
  5. Glaukom (grüner Star): Erhöhter Augendruck
  6. Herpes Zoster: Trigeminusneuralgie
  7. Vakuumkopfschmerz: Belüftungsstörung der Nasennebenhöhlen
  8. Hirnblutungen:
  9. Arteritis der Schläfenarterien: Riesenzellarteritis
  10. Hustenkopfschmerz: Nach heftigen Hustenattacken z. B. Bronchitis.
  11. Sexualkopfschmerz: Unmittelbar vor dem Orgasmus.
  12. Hirnhautentzündungen: FSME, Meningitis.
  13. Hirntumoren: Durch Raumforderung im knöchernen Schädel.

„Kopfschmerz“ ist demnach keine Diagnose sondern die Beschreibung eines Symptoms  der unterschiedlichsten Form und Ausprägung. Entscheidend ist, dass bei einem Kopfschmerz der länger als drei Tage anhält frühzeitig eine Ursache für die Beschwerden gefunden wird. Ihr Arzt wird zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte durchführen. Eine neurologische Untersuchung ist ebenso angezeigt wie eine körperliche Untersuchung (z.B. Blutdruck?). Sollte hierbei keine eindeutige Zuordnung der Kopfschmerzen möglich sein, wird eine Laboruntersuchung mit Feststellung von Entzündungsparametern ebenso weiterführen, wie die Durchführung „bildgebender Verfahren“ mittels Computertomographie und MRT. Sinnvoll ist zusätzlich eventuell ein neurologisches sowie Augen-und HNO-ärztliches Konsil.  Erst wenn dann die Ursache für die Kopfschmerzen zweifelsfrei feststeht wird Ihr Arzt eine zielgerichtete Therapie einleiten. Lassen Sie sich beraten!

Ihr Praxisteam

Praxisinfo August 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

 

Impfungen gegen das Covid-19-Virus ermöglichen wieder Urlaubsreisen!

 Heute wollen wir Sie deshalb, wie in den vergangenen Jahren um diese Zeit,  in einer Praxisinfo zu  wichtigen gesundheitlichen Aspekten vor Antritt einer Urlaubsreise beraten falls Sie für die nächsten Wochen eine Urlaubsreise, vielleicht auch in exotische Länder planen. Befragungen von Flugreisenden ergaben, dass mehr als 40 % der Befragten vor Antritt der Reise keinen ärztlichen Rat einholten, keine Kenntnis über ihren aktuellen Impfstatus hatten und nicht vorab über eventuelle gesundheitliche Risiken an ihrem Urlaubsziel informiert waren. Das sollte Ihnen nicht passieren!  Unser Praxisteam nimmt regelmäßig an reisemedizinischen Fortbildungen, zum Beispiel durch das Tropeninstitut der Universität München, teil und kann Sie schon deshalb sachkundig zu den Fragen einer sinnvollen Reiseapotheke, zu Ihrem aktuellen Impfstatus und zu den gesundheitlichen Risiken an Ihrem Urlaubsziel  beraten. Nehmen Sie uns beim Wort.

 Wie steht es mit Ihrem Impfstatus?  Wie in früheren  „Praxisinfos“ bereits mehrfach erwähnt, sollten Sie über einen Impfschutz gegen Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung ( Poliomyelitis ), FSME, Hepatitis  A   und gegen Hepatitis B verfügen. Abhängig vom Reiseziel ist  zusätzliche  eine Impfung  gegen Gelbfieber, Typhus, besondere Formen der Hirnhautentzündung  (Meningitis) und Tollwut sinnvoll und angezeigt. Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B, sowie gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis ( Keuchhusten ) können bei  Last – Minute – Reisen und unzureichendem Impfschutz gegen diese Krankheiten mit einer Injektion kurz vor Reiseantritt noch für einen ausreichenden Impfschutz sorgen. Sinnvoller ist es aber sicherlich, mit ausreichendem Zeitabstand vor einer Reise, die notwendigen Impfungen oder Impfauffrischungen in Einzelschritten durchzuführen. Wir sind gerne bereit Sie anhand Ihres Impfbuches entsprechend zu beraten.

Weitere gesundheitliche Risiken bei Reisen in subtropische und tropische Länder bestehen aber auch durch Krankheiten gegen die keine Impfungen möglich sind. Im Vordergrund stehen hierbei Infektionskrankheiten, die zu Magen – Darmerkrankungen  mit Durchfällen führen. Hier empfiehlt  es sich entsprechende Medikamente in einer Reiseapotheke mitzuführen. Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke.

 Sollten Sie während Ihrer Urlaubsreise in einem der oben genannten Länder an Durchfall erkranken, denken Sie bitte daran nach Ihrer Rückkehr, auch wenn Sie zwischenzeitlich keine Symptome der Erkrankung mehr aufweisen, Ihren Arzt aufzusuchen. Eine Stuhluntersuchung ist sinnvoll und immer angezeigt, um eventuell chronische Verläufe und Spätfolgen einer solchen Durchfallerkrankung auszuschließen bzw. zu vermeiden.

 Ein wichtiges Thema ist bei Reisen in subtropische und tropische Länder  die Prophylaxe gegen eine Malariainfektion. Diese Erkrankung wird durch den Stich der Anophelesmücke übertragen. Ein erhebliches Risiko danach an einer durchaus lebensgefährlichen Malaria tropica  zu erkranken besteht derzeit bei Reisen in afrikanische Länder südlich der Sahara, in das nördliche Indien,  in Länder Südostasiens sowie in Gebiete des Amazonas und seiner Nebenflüsse. Wichtigster Schutz vor dieser Erkrankung ist die Vermeidung des Mückenstiches durch chemischen Mückenschutz (NoBite), Moskitonetze und entsprechende Kleidung. Eine zusätzliche Prophylaxe durch bestimmte Medikamente wie z.B. Lariam, Malarone, Resochin oder Doxycyclin  ist bei Reisen in die o.g. Gebiete dringend zu empfehlen.  Lassen Sie sich von uns beraten.

Eine häufig unterschätzte Erkrankung, die ebenfalls durch einen Mückenstich   (Aedesmücke ) übertragen wird, ist das Dengue – Fieber. Das Dengue-Fieber hat sich in den letzten Jahren erheblich ausgebreitet und große Epidemien in Südostasien und Lateinamerika verursacht. Heute ist diese Erkrankung in circa 100 Ländern der Welt verbreitet. Man geht von mehr als 22 000 Todesfällen pro Jahr, verursacht durch das Dengue – Fieber, aus. In den letzten Jahren sind mit dem Denguevirus infizierte Aedesmücken auch in Südfrankreich und Norditalien beobachtet worden. Derzeit gibt es keine Medikamente gegen diese Erkrankung, der Mückenschutz stellt die einzige Möglichkeit dar sich vor einem Dengue – Fieber zu schützen. 

Nutzen Sie die Möglichkeiten zum Schutz vor diesen Krankheiten und lassen Sie sich entsprechend beraten. Dann können Sie Ihren Urlaub auch in gesundheitlichen Risikoländern  genießen und mit vielen neuen Eindrücken aus fernen Ländern und Regionen gesund wiederkommen.

 

            Ihr Praxisteam

Praxisinfo Juli 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

Auch in dieser Praxisinfo möchten wir Sie wie immer über ein medizinisches Thema informieren, heute über die G E N D E R – M E D I Z I N nachdem das „gendern“ derzeit in aller Munde ist.  Hierbei handelt es sich um einen Zweig der Humanmedizin, der erst ab dem Jahr 2001 Einzug in die Therapie- und Diagnosekonzepte der medizinischen Wissenschaft gefunden hat. In Deutschland begründete die Fachärztin für Kardiologie Vera Regitz-Zagrosek an der Charite in Berlin diese Sparte der Medizin mit der Herausgabe des ersten Lehrbuches im Jahr 2011! Bis dahin erkannten selbst Ärzte in Kliniken und Praxen die Bedeutung der Gender Medizin nicht immer.

Was bedeutet Gendermedizin? Der Begriff „Gender“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet das soziale Geschlecht, womit ganz allgemein die gesellschaftlich abhängige soziale und kulturelle Geschlechterrolle von Mann und Frau gemeint ist. Die Gender Medizin widmet sich den verschiedenen Symptomen und Ausprägungen von Krankheiten bei Frauen und Männern, die durch unterschiedliche genetische und biologische Voraussetzungen begründet sind.

 Krankheiten können bei Frauen und Männern unterschiedliche Symptome hervorrufen und dadurch zu Fehldiagnosen führen. Frauen und Männer reagieren zum Beispiel durch eine andere Fettverteilung im Körper und durch die geschlechtsspezifischen Hormone unterschiedlich auf bestimmte Medikamente. So wirken Medikamente zur Behandlung von Depressionen bei Frauen durch den Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen stärker als bei Männern, was wiederum das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen einer solchen Therapie beeinflusst. Dies gilt auch für andere Medikamente auf Grund der unterschiedlichen Aufnahme und Verstoffwechselung im männlichen oder weiblichen Organismus. So wirken die bei Bluthochdruck verordneten Beta-Blocker (Metoprolol) bei Frauen wesentlich stärker als bei Männern. Dagegen benötigen Männer bei schweren Schmerzzuständen, zum Beispiel bei einem Tumorleiden,  40% höhere Morphiumdosen als Frauen um Schmerzfreiheit zu erzielen.

 Diese Erkenntnisse finden zunehmend Eingang in Arzneimittelstudien zu Wirkung und Nebenwirkung. Bisher wurden nämlich die meisten Studien dieser Art ausschließlich bei Männern unter dem 65. Lebensjahr durchgeführt.

Hinzu kommt, dass Männer und Frauen unterschiedlich krank werden. Dazu einige Beispiele:

1.Psychische Störungen: Diese werden bei Männern, obwohl sie bei diesen im Laufe des Lebens ebenso oft wie bei Frauen auftreten „unterdiagnostiziert“. Während Frauen mit einer depressiven Symptomatik eher einen Therapeuten aufsuchen, verbergen Männer die gleichen Gesundheitsstörungen hinter einer gesteigerten Aggressivität oder einer übermäßigen Risikobereitschaft und der Neigung zum Suchtverhalten. Dazu kommt, dass viele Therapeuten dazu neigen bei unterschiedlichen psychischen Symptomen den Frauen eine psychosomatische Erkrankung zu diagnostizieren und bei gleicher  Symptomatik bei Männern erst nach organischen Ursachen zu suchen.

2.Herz-Kreislauferkrankungen: Die Symptome eines Herzinfarktes äußern sich bei Männern und Frauen oft unterschiedlich. Während in der Regel ein Herzinfarkt beim Mann mit typischen Symptomen abläuft, beginnt die Symptomatik bei der Frau oft mit einer vegetativen Symptomatik wie Schweißausbrüche oder unspezifischen  körperlichen Symptomen, so zum Beispiel nur mit Rückenschmerzen. Dies führt zu fatalen Fehldiagnosen und einer verspäteten Therapie für die betroffenen Frauen. Die neuesten Statistiken zeigen, dass Patientinnen unter 60 Jahren öfter am Herzinfarkt versterben als Männer.

3.Stoffwechselstörungen: Die Früherkennung  einer Zuckererkrankung (Diabetes) ist bei Frauen schwieriger als bei Männern. Während Männer mit einem Risiko an Diabetes zu erkranken schon sehr frühzeitig zu hohe Nüchternblutzuckerwerte aufweisen, kann eine solche schwerwiegende Erkrankung bei Frauen oft erst durch einen aufwendigen so genannten Zuckerbelastungstest frühzeitig erkannt werden. Bei Frauen mit einem therapiebedürftigen Diabetes lässt sich dieser auch schwerer einstellen als bei Männern, da diese zum Beispiel empfindlicher auf eine Insulintherapie reagieren. Erhöhte Cholesterinwerte führen bei Männern wesentlich früher zu Komplikationen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt, als bei geschlechtsreifen Frauen. Dies beruht auf der Schutzfunktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen für die Blutgefäße. Mit Eintritt in das Klimakterium, das heißt mit dem Abfall des Östrogenspiegels steigt das Risiko der Frauen mit einer Störung des Fettstoffwechsels an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken erheblich.

4.Thromboserisiko: Östrogene der Frau erhöhen das Risiko an einer Thrombose oder Lungenembolie zu erkranken. Dieses Risiko steigt bei Raucherinnen und Patientinnen die bestimmte Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung einnehmen erheblich.

5.Osteoporose: Unsere Sexualhormone, die Östrogene der Frau oder das Testosteron des Mannes sind mitverantwortlich für die so genannte „Knochendichte“. Mit Ausfall der Östrogenproduktion nach Eintritt des Klimakteriums hat deshalb die Frau ein erheblich höheres Risiko an einer Osteoporose zu erkranken als der Mann, da dieser bis ins hohe Lebensalter Testosteron, wenn auch im abklingendem Maße, produziert.

An diesen Beispielen zeigt sich einmal mehr, dass auch in der Humanmedizin Frau und Mann nicht „über einen Kamm geschoren werden dürfen“. Wir setzen  deshalb auch in unserer Praxis die Erkenntnisse der Gender Medizin konsequent um.

Abschließend möchten wir im Zusammenhang mit den Impfungen gegen das Covidvirus nochmals auf  unsere Praxisinfos in den vorherigen Monaten hinweisen. Sie finden Sie auf unserer Homepage unter „Praxisinfo“. Außerdem finden Sie auf unsere Homepage  entsprechende Hinweise zur Organisation und zum Ablauf der Impfungen in unserer Praxis. Wir bitten um Beachtung dieser Hinweise. Sie tragen damit wesentlich zur stressfreien Durchführung der Impfungen bei. Danke!

Ihr Praxisteam