Archiv des Autors: Dr. med. G. Schönberger

Praxisinfo Juli 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

Auch in dieser Praxisinfo möchten wir Sie wie immer über ein medizinisches Thema informieren, heute über die G E N D E R – M E D I Z I N nachdem das „gendern“ derzeit in aller Munde ist.  Hierbei handelt es sich um einen Zweig der Humanmedizin, der erst ab dem Jahr 2001 Einzug in die Therapie- und Diagnosekonzepte der medizinischen Wissenschaft gefunden hat. In Deutschland begründete die Fachärztin für Kardiologie Vera Regitz-Zagrosek an der Charite in Berlin diese Sparte der Medizin mit der Herausgabe des ersten Lehrbuches im Jahr 2011! Bis dahin erkannten selbst Ärzte in Kliniken und Praxen die Bedeutung der Gender Medizin nicht immer.

Was bedeutet Gendermedizin? Der Begriff „Gender“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet das soziale Geschlecht, womit ganz allgemein die gesellschaftlich abhängige soziale und kulturelle Geschlechterrolle von Mann und Frau gemeint ist. Die Gender Medizin widmet sich den verschiedenen Symptomen und Ausprägungen von Krankheiten bei Frauen und Männern, die durch unterschiedliche genetische und biologische Voraussetzungen begründet sind.

 Krankheiten können bei Frauen und Männern unterschiedliche Symptome hervorrufen und dadurch zu Fehldiagnosen führen. Frauen und Männer reagieren zum Beispiel durch eine andere Fettverteilung im Körper und durch die geschlechtsspezifischen Hormone unterschiedlich auf bestimmte Medikamente. So wirken Medikamente zur Behandlung von Depressionen bei Frauen durch den Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen stärker als bei Männern, was wiederum das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen einer solchen Therapie beeinflusst. Dies gilt auch für andere Medikamente auf Grund der unterschiedlichen Aufnahme und Verstoffwechselung im männlichen oder weiblichen Organismus. So wirken die bei Bluthochdruck verordneten Beta-Blocker (Metoprolol) bei Frauen wesentlich stärker als bei Männern. Dagegen benötigen Männer bei schweren Schmerzzuständen, zum Beispiel bei einem Tumorleiden,  40% höhere Morphiumdosen als Frauen um Schmerzfreiheit zu erzielen.

 Diese Erkenntnisse finden zunehmend Eingang in Arzneimittelstudien zu Wirkung und Nebenwirkung. Bisher wurden nämlich die meisten Studien dieser Art ausschließlich bei Männern unter dem 65. Lebensjahr durchgeführt.

Hinzu kommt, dass Männer und Frauen unterschiedlich krank werden. Dazu einige Beispiele:

1.Psychische Störungen: Diese werden bei Männern, obwohl sie bei diesen im Laufe des Lebens ebenso oft wie bei Frauen auftreten „unterdiagnostiziert“. Während Frauen mit einer depressiven Symptomatik eher einen Therapeuten aufsuchen, verbergen Männer die gleichen Gesundheitsstörungen hinter einer gesteigerten Aggressivität oder einer übermäßigen Risikobereitschaft und der Neigung zum Suchtverhalten. Dazu kommt, dass viele Therapeuten dazu neigen bei unterschiedlichen psychischen Symptomen den Frauen eine psychosomatische Erkrankung zu diagnostizieren und bei gleicher  Symptomatik bei Männern erst nach organischen Ursachen zu suchen.

2.Herz-Kreislauferkrankungen: Die Symptome eines Herzinfarktes äußern sich bei Männern und Frauen oft unterschiedlich. Während in der Regel ein Herzinfarkt beim Mann mit typischen Symptomen abläuft, beginnt die Symptomatik bei der Frau oft mit einer vegetativen Symptomatik wie Schweißausbrüche oder unspezifischen  körperlichen Symptomen, so zum Beispiel nur mit Rückenschmerzen. Dies führt zu fatalen Fehldiagnosen und einer verspäteten Therapie für die betroffenen Frauen. Die neuesten Statistiken zeigen, dass Patientinnen unter 60 Jahren öfter am Herzinfarkt versterben als Männer.

3.Stoffwechselstörungen: Die Früherkennung  einer Zuckererkrankung (Diabetes) ist bei Frauen schwieriger als bei Männern. Während Männer mit einem Risiko an Diabetes zu erkranken schon sehr frühzeitig zu hohe Nüchternblutzuckerwerte aufweisen, kann eine solche schwerwiegende Erkrankung bei Frauen oft erst durch einen aufwendigen so genannten Zuckerbelastungstest frühzeitig erkannt werden. Bei Frauen mit einem therapiebedürftigen Diabetes lässt sich dieser auch schwerer einstellen als bei Männern, da diese zum Beispiel empfindlicher auf eine Insulintherapie reagieren. Erhöhte Cholesterinwerte führen bei Männern wesentlich früher zu Komplikationen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt, als bei geschlechtsreifen Frauen. Dies beruht auf der Schutzfunktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen für die Blutgefäße. Mit Eintritt in das Klimakterium, das heißt mit dem Abfall des Östrogenspiegels steigt das Risiko der Frauen mit einer Störung des Fettstoffwechsels an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken erheblich.

4.Thromboserisiko: Östrogene der Frau erhöhen das Risiko an einer Thrombose oder Lungenembolie zu erkranken. Dieses Risiko steigt bei Raucherinnen und Patientinnen die bestimmte Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung einnehmen erheblich.

5.Osteoporose: Unsere Sexualhormone, die Östrogene der Frau oder das Testosteron des Mannes sind mitverantwortlich für die so genannte „Knochendichte“. Mit Ausfall der Östrogenproduktion nach Eintritt des Klimakteriums hat deshalb die Frau ein erheblich höheres Risiko an einer Osteoporose zu erkranken als der Mann, da dieser bis ins hohe Lebensalter Testosteron, wenn auch im abklingendem Maße, produziert.

An diesen Beispielen zeigt sich einmal mehr, dass auch in der Humanmedizin Frau und Mann nicht „über einen Kamm geschoren werden dürfen“. Wir setzen  deshalb auch in unserer Praxis die Erkenntnisse der Gender Medizin konsequent um.

Abschließend möchten wir im Zusammenhang mit den Impfungen gegen das Covidvirus nochmals auf  unsere Praxisinfos in den vorherigen Monaten hinweisen. Sie finden Sie auf unserer Homepage unter „Praxisinfo“. Außerdem finden Sie auf unsere Homepage  entsprechende Hinweise zur Organisation und zum Ablauf der Impfungen in unserer Praxis. Wir bitten um Beachtung dieser Hinweise. Sie tragen damit wesentlich zur stressfreien Durchführung der Impfungen bei. Danke!

Ihr Praxisteam

Praxisinfo Juni 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir nehmen in diesen Wochen an der Impfaktion gegen das Covid-19-Virus teil. Eine größere Anzahl unserer Patienten hat zumindest die erste Impfung erhalten. In diesem Zusammenhang möchten wir, um den bereits erheblichen Zeitaufwand der Praxismitarbeiter nicht noch zu vergrößern, bitten, dass Sie folgende Regeln beachten:

  • Wenn Sie sich bei uns zur Impfung angemeldet haben und zwischenzeitlich anderweitig geimpft worden sind, melden Sie sich bitte per e-mail und nicht telefonisch bei uns ab.
  • Wenn Sie noch nicht bei uns gelistet sind kontaktieren Sie uns wegen eines Termins ebenfalls nur per e-mail und teilen Sie dabei mit, mit welchem Impfstoff Sie geimpft werden wollen.
  • Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir den immer noch sehr knappen Impfstoff zuerst an Risikopatienten verimpfen. Sobald die Liste dieser Patienten abgearbeitet ist, werden wir selbstverständlich alle anderen Patienten in der Reihenfolge Ihrer Anmeldung impfen.

 Nachdem die sinkenden Inzidenzwerte hoffen lassen, dass wir in Bälde wieder verreisen können, möchten wir Sie an notwendige und sinnvolle Maßnahmen vor und bei der Reiseplanung erinnern, denn es gibt auch nach wie vor noch andere Erkrankungen als die Covid-Pandemie!

 Wie steht es mit Ihrem Impfstatus zusätzlich zur Covid-Impfung?

 Wie in früheren  „Praxisinfos“ bereits mehrfach erwähnt, sollten Sie über einen Impfschutz gegen Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung ( Poliomyelitis ), FSME, Hepatitis  A   und gegen Hepatitis B verfügen. Abhängig vom Reiseziel ist  zusätzlich  eine Impfung  gegen Gelbfieber, Typhus, besondere Formen der Hirnhautentzündung  (Meningitis) und Tollwut sinnvoll und angezeigt.  

Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B sowie gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis ( Keuchhusten ) können bei  Last – Minute – Reisen und unzureichendem Impfschutz gegen diese Krankheiten mit einer Injektion kurz vor Reiseantritt noch für einen ausreichenden Impfschutz sorgen. Sinnvoller ist es aber sicherlich, mit ausreichendem Zeitabstand vor einer Reise, die notwendigen Impfungen oder Impfauffrischungen in Einzelschritten durchzuführen. Wir sind gerne bereit Sie anhand Ihres Impfbuches entsprechend zu beraten.

 Weitere gesundheitliche Risiken bei Reisen in subtropische und tropische Länder bestehen aber auch durch Krankheiten gegen die keine Impfungen möglich sind. Im Vordergrund stehen hierbei Infektionskrankheiten, die zu Magen – Darmerkrankungen  mit Durchfällen führen. Hier empfiehlt  es sich entsprechende Medikamente in einer Reiseapotheke mitzuführen. Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke. Sollten Sie während Ihrer Urlaubsreise in einem der oben genannten Länder an Durchfall erkranken, denken Sie bitte daran nach Ihrer Rückkehr, auch wenn Sie zwischenzeitlich keine Symptome der Erkrankung mehr aufweisen, Ihren Arzt aufzusuchen. Eine Stuhluntersuchung ist sinnvoll und immer angezeigt, um eventuell chronische Verläufe und Spätfolgen einer solchen Durchfallerkrankung auszuschließen bzw. zu vermeiden.

 Ein wichtiges Thema ist bei Reisen in subtropische und tropische Länder  die Prophylaxe gegen eine Malariainfektion. Diese Erkrankung wird durch den Stich der Anophelesmücke übertragen. Ein erhebliches Risiko danach an einer durchaus lebensgefährlichen Malaria tropica  zu erkranken besteht derzeit bei Reisen in afrikanische Länder südlich der Sahara, in das nördliche Indien,  in Länder Südostasiens sowie in Gebiete des Amazonas und seiner Nebenflüsse. Wichtigster Schutz vor dieser Erkrankung ist die Vermeidung des Mückenstiches durch chemischen Mückenschutz (NoBite), Moskitonetze und entsprechende Kleidung. Eine zusätzliche Prophylaxe durch bestimmte Medikamente, wie z.B. Lariam, Malarone, Resochin oder Doxycyclin,  ist bei Reisen in die o.g. Gebiete dringend zu empfehlen.  Lassen Sie sich von uns beraten.

Eine häufig unterschätzte Erkrankung, die ebenfalls durch einen Mückenstich   (Aedesmücke ) übertragen wird, ist das Dengue – Fieber. Das Dengue-Fieber hat sich in den letzten Jahren erheblich ausgebreitet und große Epidemien in Südostasien und Lateinamerika verursacht. Heute ist diese Erkrankung in circa 100 Ländern der Welt verbreitet. Man geht von mehr als 22 000 Todesfällen pro Jahr, verursacht durch das Dengue – Fieber, aus. In den letzten Jahren sind mit dem Denguevirus infizierte Aedesmücken auch in Südfrankreich und Norditalien beobachtet worden. Derzeit gibt es keine Medikamente gegen diese Erkrankung, der Mückenschutz stellt die einzige Möglichkeit dar sich vor einem Dengue – Fieber zu schützen. 

Nutzen Sie die Möglichkeiten zum Schutz vor diesen Krankheiten und lassen Sie sich entsprechend beraten. Dann können Sie Ihren Urlaub auch in gesundheitlichen Risikoländern  genießen und mit vielen neuen Eindrücken aus fernen Ländern und Regionen gesund wiederkommen.

             Ihr Praxisteam

Praxis-Info April 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

 zunächst möchten wir Ihnen gerade in dieser Zeit friedvolle Ostertage wünschen.

Wir hoffen Sie sind bisher gesund durch die Pandemie gekommen. Vielleicht sind einige von Ihnen schon gegen Covid-19 geimpft. Wir warten darauf, dass wir bald die Möglichkeit und die Vorgaben zur Covid-19-Impfung in unserer Praxis bekommen. Unserer Meinung nach liegt die größte Impfkompetenz bei den Hausärzten, denn Impfen war von jeher unser „Geschäft“ und wir kennen unsere Patienten, können deren gesundheitlichen Risiken einschätzen und damit auch Prioritäten  sinnvoll festlegen.

Über den Diskussionen zur Covid-19-Impfung darf man aber nicht vergessen, dass auch die möglichen Impfungen gegen andere Krankheiten gerade in dieser Zeit von Bedeutung für den Einzelnen und die Gesamtbevölkerung sind!

Impfungen sind nun einmal die beste Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten und der beste „Nachhilfeunterricht“ für unser Immunsystem.

Deshalb möchten wir Sie auch in dieser Praxisinformation wieder einmal zu einer für die Jahreszeit aktuellen und wichtigen Impfung beraten.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit lauern Zecken,  überall wo es feucht und warm ist. Gerade in Quarantänezeiten halten wir uns vermehrt in heimatlichen Gefilden auf, so wurden bei Zählungen in den Isarauen auf einem Quadratmeter Wiesenfläche im Frühjahr 2015  1 400 Zecken gefunden. Soweit vorhanden  nutzen wir derzeit naturgemäß auch  unsere Gärten vermehrt. Man darf davon ausgehen, dass auch dort wie jedes Jahr massenhaft Zecken vorkommen. Beim Stich/Biss kann dieser Parasit verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen.

Die gefährlichsten Krankheiten, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden können, sind die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Borreliose.

Man geht derzeit davon aus, dass 4,5% der Zecken mit einer dieser Erkrankung oder mit beiden infiziert sind. Statistiken zeigen, dass zum Beispiel der FSME-Erreger bei jedem 50sten bis 1000sten Biss einer Zecke übertragen wird.

Untersuchungen zufolge verbirgt sich hinter jeder 10. so genannten Sommergrippe eine FSME-Infektion. Bei 10% der infizierten Patienten befällt das FSME-Virus das Gehirn mit einem möglicherweise tödlichen Verlauf durch eine Atemlähmung oder es kommt  zu bleibenden Schäden, wie etwa einer nicht mehr therapierbaren Lähmung der Arme oder Beine.

Jeder, der sich in unserer Region im Freien aufhält, ist dem Risiko eines Zeckenbisses ausgesetzt. Aber man muss nicht einmal vor die Türe gehen, denn auch Haustiere, wie Katzen und Hunde, können infizierte Zecken in das Haus bringen.

Vorsichtsmaßnahmen, wie das sorgfältige Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt im Freien sowie das rasche fachgerechte Entfernen von Zecken können das Infektionsrisiko verringern. Schützende Kleidung, wie langärmelige Hemden und lange Hosen, erschweren der Zecke, auch Holzbock (Ixodes ricinus) genannt, den infizierenden Biss. Wer aber trägt schon eine solche „Schutzkleidung“ in der warmen Jahreszeit?

Deshalb ist der wirklich sinnvolle Schutz gegen die FSME nur die Impfung,  da eine medikamentöse Behandlung nach Ausbruch der Erkrankung nicht möglich ist. Die Impfung besteht aus drei Injektionen innerhalb eines Jahres. Die zweite Injektion erfolgt vier Wochen nach der ersten Impfung und bietet jetzt bereits einen sehr guten Impfschutz. Die dritte Impfung erfolgt 6 bis 12 Monate nach der ersten Injektion zur Sicherung des Impferfolges. Eine Auffrischimpfung sollte, je nach Antikörperspiegel und Alter, alle drei  bis fünf Jahre erfolgen.

Schützen Sie sich und Ihre Familienangehörigen gegen die schwerwiegenden Folgen einer FSME-Infektion. Wir halten den Impfstoff für Sie in unserer Praxis vor. Lassen Sie sich jetzt impfen! Sollten Sie bereits in früheren Jahren gegen die FSME geimpft worden sein, so lassen Sie Ihren aktuellen Impfschutz jetzt überprüfen!

Die Lyme-Borreliose ist eine weitere Erkrankung, die durch Zecken übertragen werden kann. Sie verläuft mit Fieber, Gelenkschmerzen und Hautrötungen, die nach einer Inkubationszeit von einer bis elf  Wochen auftreten. Diese Erkrankung kann jedoch im Gegensatz zur FSME, so sie rechtzeitig erkannt wird, mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt werden.

Durch einen Zeckenbiss können aber auch andere Krankheitserreger, wie Rickettsien, Anaplasmen und die mit dem Malariaerreger verwandten Babesien den Weg in unseren Körper finden. Rickettsien verursachen das Fleckfieber, Anaplasmen schwere fieberhafte Erkrankungen mit Übelkeit und Erbrechen, Babesien  eine Erkrankung, die im Verlauf und Schwere der Malaria tropica ähnelt und deshalb auch die „Malaria des Nordens“ genannt wird. Auch bei diesen Erkrankungen ist, wie bei der Borreliose, eine Therapie mit Antibiotika möglich.

Wir stehen Ihnen jederzeit für eine Impfung gegen die FSME und zur Beratung bei weiteren Fragen zum Thema „Zeckenbiss“ zur Verfügung.

 Ihr Praxisteam

Praxis-Info März 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

 wir hoffen, dass Sie bisher gesund durch die Coronaepidemie gekommen sind und weiterhin gesund bleiben! Inzwischen haben alle Praxismitarbeiter die 2. Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das erhöht sicher den Schutz der Mitarbeiter und damit auch unserer Patienten gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus. Haben Sie sich selbst schon zur Impfung angemeldet? Wenn nicht dann holen Sie das bitte unter                             impfzentren.bayern nach!

Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf hinweisen, dass Sie  aktuelle Informationen zu und über unsere Praxis  auf unserer Homepage:

           www. praxis-schoenberger.de  jederzeit abfragen können.

 

Obwohl die Coronapandemie derzeit das öffentliche Leben, unsere privaten Lebensverhältnisse und die Diskussionen in allen Medien beherrscht darf nicht vergessen werden, dass es da noch andere Gefahren für unsere Gesundheit gibt. Aus diesem Grund möchten wir Sie in dieser Praxisinfo zu einem wichtigen Thema beraten:       BLUTHOCHDRUCK                     

Die Bluthochdruckerkrankung betrifft derzeit in Deutschland etwa 16 bis 20 Millionen Menschen und ist damit, zusammen mit den daraus resultierenden Komplikationen, die häufigste Erkrankung in unserer Bevölkerung. 

Scipione Riva-Rocci, ein Kinderarzt aus Pavia, hat 1895 einen Apparat zur unblutigen Messung des Blutdruckes entwickelt. Daher finden Sie bei jeder Blutdruckmessung das Kürzel RR vor dem jeweiligen Wert. Gemessen wird nach Riva-Rocci ein oberer Wert (systolisch), der dem Blutdruck entspricht, der durch die Zusammenziehung des Herzmuskels (Systole) in der Blutbahn erzeugt wird (Pulswelle). Wenn sich das Herz dann wieder füllt (Diastole), steht das Blut in den arteriellen Gefäßen. Der dabei auf den Gefäßwänden liegende Blutdruck stellt den unteren Wert (diastolisch) der Blutdruckmessung dar.

Als oberer Normwert für den Blutdruck wird heute ein Wert von  RR 130/85 mmHg angesehen. Ab einem Wert von 149/94 mmHg spricht man von einem Borderline-Hochdruck, ab einem Wert von 159/99 mmHg liegt eine echte Hochdruckerkrankung vor. An dieser Stelle sei mit Nachdruck darauf  hingewiesen, dass bereits bei einem Borderline-Hochdruck gehäuft massive Komplikationen, wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nieren- und Augenschäden auftreten können.  

80 – 85 % der Bluthochdruckpatienten leiden an einem primären, familiären, das heißt genetisch bedingten Bluthochdruck. 

Bei den restlichen Hochdruckpatienten liegen sekundäre, das heißt organische Ursachen, wie zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebennieren, des Herzens, der Nieren oder eine Schlafapnoe vor.

Bei einem Patient mit einem primären Hochdruck treten in der Regel erstmals um das 40. Lebensjahr erhöhte Blutdruckwerte auf, was meist zu der Aussage führt „ich hatte nie einen erhöhten Blutdruck, eher immer einen niedrigen“. In der Familiengeschichte finden sich bei den Eltern und Großeltern dann fast immer Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle. 

Die Diagnose „Hypertonus“ ist durch eine 24-Stunden Blutdruckmessung immer einwandfrei zu sichern. Steht nun fest, dass der Patient an einem Hypertonus leidet, ist die regelmäßige Blutdruckmessung in Verbindung mit einer entsprechenden Therapie zur Vermeidung der unausweichlichen Spätfolgen unabdingbar. 

Da zahlreiche Patienten an einem „Weißkittelsyndrom“, das heißt an einem reaktiven hohen Blutdruck leiden, sobald sie eine Arztpraxis betreten, empfiehlt sich auch die heimische Blutdruckselbstmessung. Wir empfehlen hierzu die Messung mit den einfach anzuwendenden „Handgelenksgeräten“ nach einer Einweisung durch den Arzt und einer Vergleichsmessung mit den geeichten Blutdruckmessgeräten der Praxis, um Fehlmessungen zu vermeiden. Die Messung zu Hause sollte dann, nach einer Ruhephase von 5 Minuten im Sitzen erfolgen. Der Blutdruck sollte regelmäßig und immer zu den gleichen Tageszeiten, zum Beispiel nach dem Frühstück und vor dem Abendessen, gemessen werden. Obwohl die heutigen Geräte über einen Messspeicher verfügen, empfehlen wir die schriftliche, tabellarische Dokumentation wegen der besseren Übersicht und der daraus resultierenden Motivation. 

Die Therapie der primären Bluthochdruckerkrankung ist stets eine lebenslange. Neben einer eventuell erforderlichen Gewichtsreduktion, einer kochsalzarmen Ernährung und regelmäßiger Bewegung und Entspannung, sind verschiedene Medikamente wichtige Säulen einer Hochdrucktherapie. 

Ihr Arzt wird, zusammen mit Ihnen entscheiden, welche Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer, AT-Antagonisten, Beta-Blocker, Calcium-Antagonisten oder Diuretika einzeln oder in Kombination für Sie sinnvoll oder erforderlich sind. Lassen Sie sich beraten und bleiben Sie gesund!

Ihr Praxisteam

Praxisinfo Februar 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist vom 15. bis 17. 02. geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Zwischenzeitlich haben alle Mitarbeiter der Praxis die  1.Impfung gegen das Covid-19-Virus erhalten. Wir können Ihnen damit in Verbindung mit den bereits strengen Hygienemaßnahmen noch mehr Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bei einem Besuch unserer Praxis anbieten. Schieben Sie bitte keine notwendigen Arztbesuche auf !

 

Wie in jeder Praxisinfo wollen wir Sie auch diesmal zu einem wichtigen medizinischen Thema informieren:     Dem EISENSTOFFWECHSEL                             

Das Element Eisen stellt ein wichtiges Spurenelement im menschlichen Körper dar. Die regelrechte Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Transport von Sauerstoff, die Sauerstoffaufnahme in den Organen und damit letztlich der gesamte Energiehaushalt unseres Körpers ist von einem ausreichenden Eisenangebot abhängig.

Der Körper des Menschen enthält je nach Körpergröße circa 4 bis 6 g Eisen. Eisen findet sich vor allem in den roten Blutkörperchen, gebunden an das Hämoglobin (Blutfarbstoff) und sorgt dort für den Transport des lebensnotwendigen Sauerstoffes zu den Organen. In der Leber und in einigen Zellen unseres Immunsystems findet sich Eisen in einer Speicherform als Ferritin. Weiteres Eisen ist an das Myoglobin der Muskulatur gebunden.

Der tägliche Eisenbedarf beträgt circa 1,5 mg. Da jedoch von dem, z.B. auch durch Eisentabletten zugeführten Eisen nur circa 10% aufgenommen werden, sollte die tägliche Eisenzufuhr mindestens 15 mg bei Männern und 25 mg bei Frauen in der Geschlechtsreife betragen. Bei Schwangeren und Stillenden erhöht sich dieser Bedarf auf 30 mg pro Tag.

Blutverluste verringern den Eisengehalt im Körper beträchtlich. Bei Verlust von 1ml  Blut gehen  0.5 mg Eisen verloren. Dies ist bei Blutungen nach Unfällen und Operationen von Bedeutung. Männer und Frauen verlieren über absterbende Schleimhaut- und Hautzellen circa 1mg Eisen pro Tag. Der durchschnittliche Blutverlust durch die monatliche Menstruationsblutung beträgt bei einer gesunden Frau circa 60 ml Blut, bei krankhaften Veränderungen an der Gebärmutter (Myome) kann der Blutverlust bei einer Menstruationsblutung jedoch bis zu 120 ml betragen. Schon deshalb leiden Frauen viel häufiger an einem Eisenmangel als Männer.

Eisen nehmen wir vorwiegend durch den Verzehr von Fleisch auf. Pflanzliche Nahrung, wie zum Beispiel Spinat, ist eisenarm und behindert durch die Bildung von schwer löslichen Verbindungen sogar die Eisenaufnahme aus anderen Nahrungsmitteln. Lediglich Sojabohnen sind wegen ihres hohen Eiweißgehaltes ein pflanzliches Nahrungsmittel mit für den Menschen verwertbarem Eisen. Zur Aufnahme von Eisen im Dünndarm muss das Nahrungseisen mit Hilfe der Magensäure jedoch erst aufbereitet werden. Säuglinge und ältere Menschen haben eine geringere Menge an Magensäure und sind deshalb auch in der Eisenaufnahme eingeschränkt. Wer ist noch gefährdet an einem Eisenmangel zu erkranken?

Etwa 20% der Frauen in der Geschlechtsreife leiden aus den bereits erwähnten Gründen generell an einem Eisenmangel, der in einer Schwangerschaft und durch Stillen noch deutlich verstärkt wird. Adipöse Patienten mit einer Fehlernährung (viel Süßes, wenig Eiweiß) gehören ebenso wie Übergewichtige, die durch fragwürdige Diäten ihr Gewicht reduzieren wollen, zur Risikogruppe. Chronische Entzündungen können ebenso wie Nierenerkrankungen oder Magen- Darmerkrankungen, zu einem Eisenmangel führen. Krebspatienten sind wegen eines hohen Eisenverbrauches ebenso wie Leistungssportler gefährdet an einem Eisenmangel zu leiden. Vegetarier und Veganer gehören naturgemäß ebenfalls zur Risikogruppe. Man kann also feststellen: Alles was zu einem Eisenverlust führt und Alles was zu einer zu geringen Eisenaufnahme beiträgt wird letztlich unweigerlich  zu einem Eisenmangel führen.

Hinter welchen der hier aufgeführten unspezifischen Symptome kann sich  ein Eisenmangel verbergen?

 Chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit bereits am Morgen, meist als „Burnout-Syndrom“ fehlgedeutet, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Konzentrationsschwäche, brüchige Haare und Nägel, Frieren, Herzrasen, Luftnot bereits bei geringster körperlicher Belastung, Blässe mit ungesundem Aussehen, nächtliche unruhige Beine sowie das ADHS  (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) bei Kindern können auf einen Eisenmangel hinweisen. Sollten Sie bei sich eines dieser Symptome feststellen, fragen Sie Ihren Arzt. Mit einer Blutbildanalyse, der Bestimmung des Bluteisenwertes, des Ferritin- und Transferrinwertes aus dem Blut in Verbindung mit der Erhebung der Krankengeschichte ist sehr rasch und zielgerichtet die Diagnose „EISENMANGEL“ zu sichern und damit eine adäquate Maßnahme einzuleiten.

Diese besteht zum einem in einer Ernährungsberatung, der Suche nach einer Blutungsquelle und nach Ausschluß dieser Ursachen für einen Eisenmangel in einer sogenannten Substitutionstherapie. Diese kann mit einer Medikation in Form von Tabletten oder bei Unverträglichkeit der oralen Therapie  mit einer Eiseninfusion durchgeführt werden.

Ihr Praxisteam

Praxisinfo Januar 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

Wir  hoffen Sie sind auch Alle gut in das neue Jahr gestartet. Wir wünschen Ihnen für 2021 alles Gute, viel Glück und vor allem Gesundheit.

Denn, wie schon der Volksmund sagt, ist „Alles ohne Gesundheit Nichts“.

Prophylaxe ist dabei der preiswerteste und einfachste Weg zur Gesunderhaltung. Gerade während der Coronaepidemie ist es wichtig durch gezielte Vorsorgeuntersuchungen eventuell bestehende und bisher nicht erkannte gesundheitliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Verschieben Sie deshalb aus einer unbegründeten Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus in einer Arztpraxis Ihre Vorsorgeuntersuchung nicht auf „den Sanktnimmerleinstag“. Seien Sie versichert, dass in den Arztpraxen penibel dafür gesorgt ist, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden und damit die Gefahr einer Ansteckung mit dem Covidvirus bei einer Vorsorgeuntersuchung zu vernachlässigen ist! 

Sinnvoll ist eine solche Vorsorgeuntersuchung ab dem 35. Lebensjahr im Abstand von zwei Jahren. Ab dem 45. Lebensjahr empfehlen wir die Vorsorgeuntersuchung im jährlichen Abstand, solange keine persönlichen Risikofaktoren, wie zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen, ein Bluthochdruck oder familiäre Risikofaktoren (z.B. gehäufte Tumorerkrankungen) bei Ihnen vorliegen. In diesem Fall sollten Sie sich von uns individuell beraten lassen.

Was ist unter einer solchen Prophylaxe zu verstehen?

Dazu gehört einmal die Bestimmung Ihres „Impfstatus“ durch eine Antikörperuntersuchung mittels einer Blutabnahme, ebenso wie die Durchführung  der daraus resultierenden Impfungen. Denken Sie bereits jetzt an Ihre nächste Urlaubsreise. Ein Impfschutz gegen die Hepatitis A und B, gegen die Kinderlähmung (Polio), gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und gegen die durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung  (FSME) sollte dabei Standard sein.

Für Personen ab dem 60. Lebensjahr ist zusätzlich eine Impfung gegen die durch Pneumokokken übertragene Lungenentzündung und gegen eine Infektion durch  Herpes Zoster (Gürtelrose) dringend zu empfehlen.

Neben diesen vorbeugenden Maßnahmen sind Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten eine weitere tragende Säule der Gesundheitsvorsorge.  Wir bieten Ihnen auch im Jahr 2019 dazu Untersuchungen im Rahmen eines so genannten  „Check – up“  an.

Hierzu gehören neben der körperlichen Untersuchung der Atmungsorgane und des Herz – Kreislaufsystems ein Belastungs-EKG (Ergometrie), eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und der hirnversorgenden Gefäße  sowie eine Spirometrie zur Funktionsanalyse der Atmungsorgane und ein Schlafapnoescreening zum Ausschluß eines nächtlichen Sauerstoffmangels.

Durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung, gestützt auf zusätzliche Untersuchungen mittels Ultraschall und Endoskopie, können außerdem Erkrankungen der Schilddrüse, des Gefäßsystems, der Bauchorgane, der Nieren und der ableitenden Harnwege einschließlich  der Prostata bei Männern sowie des Enddarmes schmerzfrei und ohne Belastung für Sie, frühzeitig erkannt und dann einer erfolgreichen Behandlung zugeführt werden.

Vervollständigt wird ein solcher „Check–up“ durch Blut/Urinuntersuchungen zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus, Gicht und Fettstoffwechselstörungen.

Erkrankungen der Schilddrüse und verschiedener innerer Organe, wie z.B. der Nieren und der Leber,  können durch diese Laboruntersuchungen ebenso frühzeitig aufgedeckt werden, wie die Folgen eines Eisen- oder Vitaminmangels.

Die Früherkennung von Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel eine Infektion der Magenschleimhaut durch das Bakterium Helicobacter, die in letzter Konsequenz zu Magenkrebs führen kann, ist ebenfalls durch eine spezielle Laboruntersuchung (13C-Atemtest) bei einer solchen Vorsorgeuntersuchung möglich.

Durch die laborchemische Bestimmung der so genannten „Tumormarker“ können außerdem bösartige Erkrankungen der Prostata, der weiblichen Brust und verschiedener innerer Organe möglicherweise frühzeitiger erkannt und damit behandelt werden.

Bei all den guten Vorsätzen, die zumeist am Beginn eines neuen Jahres stehen, sollte der Vorsatz im neuen Jahr etwas für die eigene Gesundheit zu tun, nicht vergessen werden. Regelmäßiger Kundendienst und die TÜV – Untersuchung für Ihr Auto, sind selbstverständlich, warum also nicht auch ein  „TÜV für die eigene Gesundheit“?

Vereinbaren Sie mit uns einen  „TÜV – Termin“ für sich und Ihre Gesundheit!

Wir bedanken uns auf diesem Weg auch noch einmal für die zahlreichen  Weihnachtsgrüße und Neujahrswünsche. Bedanken wollen wir uns auch ganz herzlich für die großzügigen und sehr persönlichen Geschenke zum Weihnachtsfest. Wir haben uns darüber sehr gefreut!

 Ihr Praxisteam