Archiv der Kategorie: Praxis-Infos

Praxis-Info Oktober 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

 wie bereits in der Praxisinfo vom September angekündigt, ist unsere Praxis am 04., 07. und 08. Oktober wegen der Einrichtung einer neuen EDV-Anlage geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

Trotz der manchmal noch warmen Herbsttage steht unverkennbar die kalte Jahreszeit vor der Tür. Diese ist erfahrungsgemäß auch die Zeit für

                     

                     E R K Ä L T U N G S K R A N K H E I T E N.

Wobei es sich hierbei meist um Infektionen der Atemwege durch eher harmlose Rhinoviren handelt.

Diese Erkrankungen dauern in der Regel „mit Doktor acht Tage und ohne Doktor eine Woche“. Das heißt, dass unser Immunsystem in der Lage ist, innerhalb von circa acht Tagen mit dieser Art Erkrankung fertig zu werden. Lediglich die Symptome einer solchen Erkrankung können durch verschiedene Medikamente gelindert werden. So zum Beispiel durch  Sekret – und Hustenlöser oder durch so genannte Entzündungshemmer.

Allerdings können solche Infektionen der oberen Luftwege auch durch weniger harmlose Bakterien verursacht werden. In einem solchen Fall kann eine Infektion zu erheblichen Komplikationen, wie zum Beispiel zu einer Lungenentzündung, führen. Ihr Arzt ist durch eine körperliche Untersuchung und durch die Anfertigung des Blutbildes in wenigen Minuten in der Lage, zwischen einer viral oder bakteriell verursachten Erkältungskrankheit zu unterscheiden. Bei einer bakteriellen Ursache der Erkrankung ist dann, um Komplikationen und schwerere Verläufe zu vermeiden, eventuell eine Therapie mit einem Antibiotikum erforderlich. Bei einem durch Rhinoviren ausgelösten Infekt zeigen Antibiotika keine therapeutische Wirkung. Da eine Unterscheidung der Ursache für eine zunächst möglicherweise harmlos wirkende Erkältung für den Laien nicht möglich ist, empfiehlt sich bei einem Verlauf von mehr als drei Tagen ohne erkennbare Besserung auf jeden Fall der Arztbesuch, um Komplikationen, wie geschildert, zu vermeiden!

 Sie können durch eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung  Ihre „Abwehrlage“ gegen Infektionskrankheiten verbessern. Saunagänge und Sport sind in einer „krankheitsfreien Phase“ ebenfalls geeignet, Ihre Abwehrkräfte gegen Infekte der oberen Luftwege in dieser Jahreszeit zu stärken. Während einer auch scheinbar banalen Infektion sollten Sie jedoch körperliche Belastungen, wie Saunagänge, Sport oder gar die immer noch von Apothekern empfohlenen „Erkältungsbäder“ meiden!

 Keinen Schutz bieten diese Maßnahmen jedoch gegen die echte

Virusgrippe. Einzig geeignet zur Abwehr einer solchen schwerwiegenden Erkrankung ist die

                                                   „G R I P P E I M P F U N G“.

Wir bieten Ihnen ab dem 14. 10. 2019 im Rahmen einer Impfaktion die Möglichkeit, sich in unserer Praxis gegen die aktuellen Virusgrippeerreger impfen zu lassen. Der Impfschutz besteht nach einer einmaligen Impfung

für etwa sechs Monate. Sie können damit also die Hauptansteckungszeit für eine Virusgrippe, nämlich die Herbst – und Wintermonate gefahrlos überbrücken. Denken Sie bitte daran, dass im letzten Jahr in Deutschland circa 11 000 Menschen an einer solchen Virusgrippe verstorben sind!

Kommen Sie einfach während der üblichen Sprechstundenzeiten und lassen sich von uns impfen! Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wer sollte sich nun unbedingt gegen eine Virusgrippe impfen lassen?

Alle Personen mit einem reduzierten Infektionsschutz: z.B. Diabetiker, Stoffwechselerkrankte, Tumorpatienten, Patienten mit einer abgelaufenen EBV – Infektion (Pfeiffer`sches  Drüsenfieber), Fibromyalgiepatienten, Patienten mit Blutkrankheiten ( Mangel an weißen Blutkörpern ) und generell  Personen ab dem 60. Lebensjahr.

  1. Personen mit vielen Menschenkontakten: z.B.   Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegepersonal, Personen im Schalterdienst, Lehrer, Arzthelferinnen , Krankenschwestern, Ärzte, Kindergärtner/in.
  2. Personen mit hoher körperlicher Belastung: z.B. Schichtarbeiter, Nachtdienstarbeiter, Sportler.
  3. Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Einschränkung der Lungenfunktion ( COPD, Asthma bronchiale).
  4. Schwangere ab dem 6. Schwangerschaftsmonat.
  5. Angehörige von chronisch Kranken.

 Während einer banalen Erkältungskrankheit sollte jedoch kurzfristig auf eine Virusgrippeimpfung verzichtet werden. Nach Abklingen einer solchen Infektion sollte dann allerdings unverzüglich geimpft werden.

 Um Enttäuschungen zu vermeiden, möchten wir  jedoch darauf hinweisen, dass eine Impfung nur gegen die gefährliche Virusgrippe, nicht jedoch gegen einen banalen Schnupfen oder eine banale Infektion der oberen Luftwege schützt. Bei einer solchen Erkrankung stehen, wie bereits ausgeführt, bewährte Medikamente der Allo –  und Homöopathie zur Verfügung. Sollten Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, beraten wir Sie jederzeit gerne.

Ihr Praxisteam

Praxis-Info September 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst ein organisatorischer Hinweis für  Oktober. Wir möchten unsere Patienten vorsorglich bereits jetzt darauf hinweisen, dass unsere Praxis am 04., 07. und  08. Oktober wegen der Installation einer neuen EDV-Anlage geschlossen sein wird. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

 Wir möchten Sie auch in dieser Praxisinfo zu einem wichtigen medizinischen Thema informieren:                                                               KOPFSCHMERZ

Der Wissenschaft sind 367 Arten von Kopfschmerzen bekannt. Nach statistischen Erhebungen der Krankenkassen haben 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Kopfschmerzen.

Man unterscheidet dabei zwischen primären Kopfschmerzen und sekundären Kopfschmerzen die durch unterschiedliche Gesundheitsstörungen ausgelöst werden können. Als Folge von Kopfschmerzen werden in Deutschland jährlich 2,55 Milliarden Kopfschmerztabletten eingenommen. Das geschieht häufig ohne ärztliche Kontrolle, da viele Kopfschmerztabletten frei verkäuflich sind. Aus diesem Konsumverhalten kann sich der sogenannte „Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz“ entwickeln. Dieser steht in der Statistik der primären Kopfschmerzen nach der Migräne, dem Clusterschmerz und dem Spannungskopfschmerz an vierter Stelle der Häufigkeit von Kopfschmerzen, denn Kopfschmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol schaffen bei längerer Einnahme eine Abhängigkeit in Form von Entzugskopfschmerzen. Die Betroffenen kommen dann ohne Kopfschmerzmedikamente nicht mehr zurecht. Hier hilft dann nur eine längerfristige Einnahmepause. Um die Entwicklung dieser Kopfschmerzart zu vermeiden sollte man diese Kopfschmerzmittel maximal an drei aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Sollten danach die Beschwerden immer noch bestehen empfiehlt es sich den Arzt zu konsultieren, um eventuell schwerwiegende Ursachen der aktuellen Kopfschmerzen auszuschließen.

> Primäre Kopfschmerzen und deren Symptome:

  1. Spannungskopfschmerz: Muskuläre Nackenschmerzen, drückend wie ein Eisenring um den gesamten Kopf. Keine vegetativen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Dauer Minuten bis Tage, meist ausgelöst durch konzentrierte Arbeit in starrer Haltung z. B. am Computer. Besserung durch Entspannungsübungen (Jacobson) und Bewegung an der frischen Luft.
  2. Migräne: Vorboten über 4 bis 48 Std. mit Übelkeit und Erbrechen, Lichtscheu, Schwindel, zunächst halbseitiger pulsierender Kopfschmerz, Dauer von 4 bis 72 Std., Beschwerden verstärkt durch körperliche Tätigkeit. Verhinderung durch rechtzeitige Einnahme von speziellen Migränemedikamenten.
  3. Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Neuralgie): Halbseitiger Kopfschmerz. Häufig ein bis zwei Std. nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden oder nach dem Mittagessen. Schmerzcharakter unerträglich, reißend und bohrend in der Regel um ein tränendes Auge herum mit Lidschwellung und verstopfter Nase. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. Oft durch sehr histamin- haltige Speisen oder Getränke, z. B. Rotwein ausgelöst. Dauer mehrere Stunden, Ursachenermittlung z. B. Schmerztagebuch und Vermeidung der Auslöser.

 

>Sekundäre Kopfschmerzen und deren Ursachen:

  1. Bluthochdruck: sowohl hoher, als auch niedriger Blutdruck sind die häufigste Ursache für sekundäre Kopfschmerzen.
  2. Schädelhirntraumen: Hirnerschütterung, Schädelprellungen.
  3. Veränderungen an der Halswirbelsäule: mit Muskelverspannungen.
  4. Veränderungen der Sehstärke: Neue Brille, Computerarbeitsplatz.
  5. Glaukom (grüner Star): Erhöhter Augendruck
  6. Herpes Zoster: Trigeminusneuralgie
  7. Vakuumkopfschmerz: Belüftungsstörung der Nasennebenhöhlen
  8. Hirnblutungen:
  9. Arteritis der Schläfenarterien: Riesenzellarteritis
  10. Hustenkopfschmerz: Nach heftigen Hustenattacken z. B. Bronchitis.
  11. Sexualkopfschmerz: Unmittelbar vor dem Orgasmus.
  12. Hirnhautentzündungen: FSME, Meningitis.
  13. Hirntumoren: Durch Raumforderung im knöchernen Schädel.

 Kopfschmerz ist demnach keine Diagnose sondern die Beschreibung eines Symptoms  der unterschiedlichsten Form und Ausprägung. Entscheidend ist, dass bei einem Kopfschmerz der länger als drei Tage anhält frühzeitig eine Ursache für die Beschwerden gefunden wird. Ihr Arzt wird zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte durchführen. Eine neurologische Untersuchung ist ebenso angezeigt wie eine körperliche Untersuchung (z.B. Blutdruck?). Sollte hierbei keine eindeutige Zuordnung der Kopfschmerzen möglich sein, wird eine Laboruntersuchung mit Feststellung von Entzündungsparametern ebenso weiterführen, wie die Durchführung „bildgebender Verfahren“ mittels Computertomographie und MRT. Sinnvoll ist zusätzlich eventuell ein neurologisches sowie Augen-und HNO-ärztliches Konsil.  Erst wenn dann die Ursache für die Kopfschmerzen zweifelsfrei feststeht wird Ihr Arzt eine zielgerichtete Therapie einleiten. Lassen Sie sich beraten!

Ihr Praxisteam

Praxis-Info August 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist am 16. August (Brückentag) geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Ab dem 01.08. wird Frau Dr. Johanna Reiter als Weiterbildungsassistentin unser Ärzteteam verstärken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Wie in jeder Praxisinfo wollen wir Sie auch diesmal über ein wichtiges medizinisches Thema informieren:                                  

         Der EISENSTOFFWECHSEL im menschlichen Organismus.

Das Element Eisen stellt ein wichtiges Spurenelement im menschlichen Körper dar. Die regelrechte Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Transport von Sauerstoff, die Sauerstoffaufnahme in den Organen und damit letztlich der gesamte Energiehaushalt unseres Körpers ist von einem ausreichenden Eisenangebot abhängig.

 Der Körper des Menschen enthält je nach Körpergröße circa 4 bis 6 g Eisen. Eisen findet sich vor allem in den roten Blutkörperchen, gebunden an das Hämoglobin (Blutfarbstoff) und sorgt dort für den Transport des lebensnotwendigen Sauerstoffes zu den Organen. In der Leber und in einigen Zellen unseres Immunsystems findet sich Eisen in einer Speicherform als Ferritin. Weiteres Eisen ist an das Myoglobin, dem Farbstoff unserer Muskulatur gebunden.

Der tägliche Eisenbedarf beträgt circa 1,5 mg. Da jedoch von dem, z.B. auch durch Eisentabletten zugeführten Eisen nur circa 10% aufgenommen werden, sollte die tägliche Eisenzufuhr mindestens 15 mg bei Männern und 25 mg bei Frauen in der Geschlechtsreife betragen. Bei Schwangeren und Stillenden erhöht sich dieser Bedarf auf 30 mg pro Tag.

 Blutverluste verringern den Eisengehalt im Körper beträchtlich. Bei Verlust von 1ml  Blut gehen  0.5 mg Eisen verloren. Dies ist bei Blutungen nach Unfällen und Operationen von Bedeutung. Männer und Frauen verlieren über absterbende Schleimhaut- und Hautzellen circa 1mg Eisen pro Tag. Der durchschnittliche Blutverlust durch die monatliche Menstruationsblutung beträgt bei einer gesunden Frau circa 60 ml Blut, bei krankhaften Veränderungen an der Gebärmutter (Myome) kann der Blutverlust bei einer Menstruationsblutung jedoch bis zu 120 ml betragen. Schon deshalb leiden Frauen viel häufiger an einem Eisenmangel als Männer.

Eisen nehmen wir vorwiegend durch den Verzehr von Fleisch auf. Pflanzliche Nahrung, wie zum Beispiel Spinat, ist eisenarm und behindert durch die Bildung von schwer löslichen Verbindungen sogar die Eisenaufnahme aus anderen Nahrungsmitteln. Lediglich Sojabohnen sind wegen ihres hohen Eiweißgehaltes ein pflanzliches Nahrungsmittel mit für den Menschen verwertbarem Eisen. Zur Aufnahme von Eisen im Dünndarm muss das Nahrungseisen mit Hilfe der Magensäure jedoch erst aufbereitet werden. Säuglinge und ältere Menschen haben eine geringere Menge an Magensäure und sind deshalb auch in der Eisenaufnahme eingeschränkt. Wer ist noch gefährdet an einem Eisenmangel zu erkranken?

Etwa 20% der Frauen in der Geschlechtsreife leiden aus den bereits erwähnten Gründen generell an einem Eisenmangel, der in einer Schwangerschaft und durch Stillen noch deutlich verstärkt wird. Adipöse Patienten mit einer Fehlernährung (viel Süßes, wenig Eiweiß) gehören ebenso wie Übergewichtige, die durch fragwürdige Diäten ihr Gewicht reduzieren wollen, zur Risikogruppe. Chronische Entzündungen können ebenso wie Nierenerkrankungen oder Magen- Darmerkrankungen, zu einem Eisenmangel führen. Krebspatienten sind wegen eines hohen Eisenverbrauches ebenso wie Leistungssportler gefährdet an einem Eisenmangel zu leiden. Vegetarier und Veganer gehören naturgemäß ebenfalls zur Risikogruppe. Man kann also feststellen: Alles was zu einem Eisenverlust führt und Alles was zu einer zu geringen Eisenaufnahme beiträgt wird letztlich unweigerlich  zu einem Eisenmangel führen.

Hinter welchen der hier aufgeführten unspezifischen Symptome kann sich  ein Eisenmangel verbergen?

Chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit bereits am Morgen, meist als „Burnout-Syndrom“ fehlgedeutet, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Konzentrationsschwäche, brüchige Haare und Nägel, Frieren, Herzrasen, Luftnot bereits bei geringster körperlicher Belastung, Blässe mit ungesundem Aussehen, nächtliche unruhige Beine sowie das ADHS  (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) bei Kindern können auf einen Eisenmangel hinweisen. Sollten Sie bei sich eines dieser Symptome feststellen, fragen Sie Ihren Arzt.

Mit einer Blutbildanalyse, der Bestimmung des Bluteisenwertes, des Ferritin- und Transferrinwertes aus dem Blut in Verbindung mit der Erhebung der Krankengeschichte ist sehr rasch und zielgerichtet die Diagnose „EISENMANGEL“ zu sichern und damit eine adäquate Massnahme einzuleiten.

Diese besteht zunächst in einer Ernährungsberatung, der Suche nach einer Blutungsquelle und bei einem nur geringen Eisenmangel in der Gabe von Eisentabletten. Da diese Medikamente aber meist zu Magen-Darm-Problemen führen, zum Beispiel zur Übelkeit, empfiehlt sich die Therapie eines Eisenmangels durch die intravenöse Eisengabe mittels Infusion. Diese ist annähernd nebenwirkungsfrei und verbessert den Eisenspiegel rasch und signifikant.

Ihr Praxisteam