Archiv der Kategorie: Praxis-Infos

Praxis-Info Juli 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst möchten wir Sie davon in Kenntnis setzen, dass unsere Praxis am 08.07. und am 19.07. 2019 aus organisatorischen Gründen geschlossen ist. Wir bitten Sie hierfür um Ihr Verständnis.

 Wie in jeder unserer Praxisinformationen möchten wir Sie auch im Juli zu einem wichtigen Gesundheitsthema informieren:  Die Refluxerkrankung.

In der medizinischen Fachsprache wird diese als  GERD bezeichnet (Gastro-Esophageale-Reflux-Disease). Unter einem Reflux versteht man dabei den Rückfluss des säurehaltigen Mageninhaltes in die Speiseröhre (Ösophagus). Der Magen produziert Salzsäure um Nahrungsbestandteile zu verdauen bzw. aufzuspalten und um mit der Nahrung eventuell aufgenommene Krankheitserreger abzutöten. Funktioniert zum Beispiel der Verschluss der Speiseröhre am Übergang in den Magen nicht mehr ausreichend, steigt die Magensäure in die Speiseröhre auf was zunächst zu einer Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) führt. Davon betroffene Patienten schildern die daraus resultierenden Beschwerden als  „Sodbrennen“. Reflux-Beschwerden gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Problemen in der Sprechstunde. Schätzungen zufolge leiden circa 20% der Bevölkerung in den Industrieländern daran. Durch den Säurereflux entsteht, wie bereits beschrieben, häufig eine dauerhafte Schädigung der Speiseröhre, was wiederum bei circa 1% der davon Betroffenen zu einem Speiseröhrenkrebs führt.

Die Ursachen für eine Refluxerkrankung können vielfältig sein:

  • Funktionsstörung am Übergang der Speiseröhre in den Magen
  • Entleerungsstörungen des Magens
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Adipositas mit vermehrtem Bauchfett
  • Schwangerschaft
  • Versprengte Magenzellen in der Speiseröhre (Barrett-Syndrom)
  • Psychischer Stress
  • „Diätfehler“ mit zu fetten, zu süßen oder zu sauren Speisen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Einnahme bestimmter Medikamente z.B. Aspirin, Schmerzmittel

Das führende Symptom der Refluxerkrankung ist, wie bereits erwähnt, das Sodbrennen (Pyrosis). Die Patienten klagen über ein Brennen hinter dem Brustbein, über saures Aufstoßen und einen sauren Geschmack im Mund, die unmittelbare Umgebung des Patienten über dessen Mundgeruch. Weitere Symptome einer Refuxerkrankung sind häufig ein nächtlicher oder morgendlicher trockener Husten, eine chronische Heiserkeit und meist morgendliche Schluckbeschwerden in Verbindung mit einer Mundtrockenheit.

Gerade diese Symptome werden aber von einem medizinischen Laien nicht mit einer Refluxerkrankung in Verbindung gebracht. Die Ursache für Husten oder Heiserkeit kann natürlich eine Vielzahl anderer Erkrankungen sein. Husten ist ein Reflex der Bronchien um zum Beispiel Fremdkörper zu entfernen. So verursacht Schleim wie er sich im Rahmen einer Bronchitis oder einer Allergie bildet, Husten. Aber auch ein Bronchialcarcinom kann ursächlich für einen meist über längere Zeit bestehenden Husten sein.

Wie kann man dann den Husten, der durch eine Refluxerkrankung entstanden ist, diagnostizieren?

Nach einer gründlichen Anamnese zur Art des Hustens und zu seinem Auftreten, wird eine körperliche Untersuchung mit dem Abhören der Atemgeräusche mittels Stethoskop und eine Untersuchung des Bauches bereits erste diagnostische Anhaltspunkte liefern. Durch eine Blutuntersuchung können akute entzündliche Erkrankungen durch Viren oder Bakterien der Atmungsorgane weiter ausgeschlossen werden. Sollte sich dabei der Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung der Atmungsorgane oder des Kehlkopfes ergeben, ist eine weitere Abklärung durch eine Röntgenuntersuchung (CT-Thorax) der Lungen und Bronchien und eine HalsNasenOhren-ärztliche Mituntersuchung angezeigt. Da Husten auch durch eine Erkrankung des Herzens verursacht sein kann wird Ihr Arzt in die weitere Abklärung auch eine entsprechende Diagnostik zum Beispiel durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein EKG mit einbeziehen. Sollte sich nach Ausschluss solcher Erkrankungen der Verdacht auf das Vorliegen einer Refluxerkrankung als Ursache des Hustens und einer Heiserkeit erhärten, ist zunächst eine zeitlich befristete medikamentöse Therapie des Refluxes und eine ausführliche Beratung zur Lebensführung und zum Essverhalten angezeigt. Auch eine erhöhte Schlafposition (Flüssigkeiten fließen nicht bergauf) kann zielführend sein. Zur medikamentösen Therapie stehen hierbei sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI z.B. Pantoprazol, Omeprazol) und Alginate (z.B. Riopan, Gaviscon) zur Verfügung. Sollten die geklagten Beschwerden nach einer maximalen Therapiedauer von vier Wochen sich nicht bessern ist eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre und des Magens zum Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen dringend angezeigt!

Lassen Sie sich beraten!

Ihr Praxisteam

Praxis-Info Juni 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst möchten wir Sie darüber informieren, dass unsere Praxis am 21.06. und 28.06. aus organisatorischen Gründen geschlossen ist.

Des Weiteren möchten wir Sie davon in Kenntnis setzten, dass Frau Maria Kubisova als Weiterbildungsassistentin zur Fachärztin für Allgemeinmedizin auf eigenen Wunsch zum 31.05.19 aus unserem Praxisteam ausgeschieden ist. Wir wünschen ihr für ihre private und berufliche Zukunft alles Gute.

 Heute wollen wir Sie, wie jedes Jahr um diese Zeit,  in einer Praxisinfo zu  wichtigen gesundheitlichen Aspekten vor Antritt einer Urlaubsreise beraten. Denn sicherlich planen auch Sie für die nächsten Wochen eine Urlaubsreise, vielleicht auch in exotische Länder. Befragungen von Flugreisenden ergaben, dass mehr als 40 % der Befragten vor Antritt der Reise keinen ärztlichen Rat einholten, keine Kenntnis über ihren aktuellen Impfstatus hatten und nicht vorab über eventuelle gesundheitliche Risiken an ihrem Urlaubsziel informiert waren. Das sollte Ihnen nicht passieren!

Unser Praxisteam nimmt regelmäßig an reisemedizinischen Fortbildungen, zum Beispiel durch das Tropeninstitut der Universität München, teil und kann Sie schon deshalb sachkundig zu den Fragen einer sinnvollen Reiseapotheke, zu Ihrem aktuellen Impfstatus und zu den gesundheitlichen Risiken an Ihrem Urlaubsziel  beraten. Nehmen Sie uns beim Wort.

Wie steht es mit Ihrem Impfstatus?  Wie in früheren  „Praxisinfos“ bereits mehrfach erwähnt, sollten Sie über einen Impfschutz gegen Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung ( Poliomyelitis ), FSME, Hepatitis  A   und gegen Hepatitis B verfügen. Abhängig vom Reiseziel ist  zusätzliche  eine Impfung  gegen Gelbfieber, Typhus, besondere Formen der Hirnhautentzündung  (Meningitis) und Tollwut sinnvoll und angezeigt.  

Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B, sowie gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis ( Keuchhusten ) können bei  Last – Minute – Reisen und unzureichendem Impfschutz gegen diese Krankheiten mit einer Injektion kurz vor Reiseantritt noch für einen ausreichenden Impfschutz sorgen. Sinnvoller ist es aber sicherlich, mit ausreichendem Zeitabstand vor einer Reise, die notwendigen Impfungen oder Impfauffrischungen in Einzelschritten durchzuführen. Wir sind gerne bereit Sie anhand Ihres Impfbuches entsprechend zu beraten.

 Weitere gesundheitliche Risiken bei Reisen in subtropische und tropische Länder bestehen aber auch durch Krankheiten gegen die keine Impfungen möglich sind. Im Vordergrund stehen hierbei Infektionskrankheiten, die zu Magen – Darmerkrankungen  mit Durchfällen führen. Hier empfiehlt  es sich entsprechende Medikamente in einer Reiseapotheke mitzuführen. Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke. Sollten Sie während Ihrer Urlaubsreise in einem der oben genannten Länder an Durchfall erkranken, denken Sie bitte daran nach Ihrer Rückkehr, auch wenn Sie zwischenzeitlich keine Symptome der Erkrankung mehr aufweisen, Ihren Arzt aufzusuchen. Eine Stuhluntersuchung ist sinnvoll und immer angezeigt, um eventuell chronische Verläufe und Spätfolgen einer solchen Durchfallerkrankung auszuschließen bzw. zu vermeiden.

 Ein wichtiges Thema ist bei Reisen in subtropische und tropische Länder  die Prophylaxe gegen eine Malariainfektion. Diese Erkrankung wird durch den Stich der Anophelesmücke übertragen. Ein erhebliches Risiko danach an einer durchaus lebensgefährlichen Malaria tropica  zu erkranken besteht derzeit bei Reisen in afrikanische Länder südlich der Sahara, in das nördliche Indien,  in Länder Südostasiens sowie in Gebiete des Amazonas und seiner Nebenflüsse. Wichtigster Schutz vor dieser Erkrankung ist die Vermeidung des Mückenstiches durch chemischen Mückenschutz (NoBite), Moskitonetze und entsprechende Kleidung. Eine zusätzliche Prophylaxe durch bestimmte Medikamente wie z.B. Lariam, Malarone, Resochin oder Doxycyclin  ist bei Reisen in die o.g. Gebiete dringend zu empfehlen.  Lassen Sie sich von uns beraten.

 Eine häufig unterschätzte Erkrankung, die ebenfalls durch einen Mückenstich   (Aedesmücke ) übertragen wird, ist das Dengue – Fieber. Das Dengue-Fieber hat sich in den letzten Jahren erheblich ausgebreitet und große Epidemien in Südostasien und Lateinamerika verursacht. Heute ist diese Erkrankung in circa 100 Ländern der Welt verbreitet. Man geht von mehr als 22 000 Todesfällen pro Jahr, verursacht durch das Dengue – Fieber, aus. In den letzten Jahren sind mit dem Denguevirus infizierte Aedesmücken auch in Südfrankreich und Norditalien beobachtet worden. Derzeit gibt es keine Medikamente gegen diese Erkrankung, der Mückenschutz stellt die einzige Möglichkeit dar sich vor einem Dengue – Fieber zu schützen. 

Nutzen Sie die Möglichkeiten zum Schutz vor diesen Krankheiten und lassen Sie sich entsprechend beraten. Dann können Sie Ihren Urlaub auch in gesundheitlichen Risikoländern  genießen und mit vielen neuen Eindrücken aus fernen Ländern und Regionen gesund wiederkommen.

             Ihr Praxisteam

Praxisinfo Mai 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist am 02. und 3. Mai sowie am 31.Mai geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis. Obwohl wir entgegen den Wünschen des Herrn Gesundheitsminister bisher nur 20 Stunden pro Woche offizielle Sprechstundenzeit angeboten haben, sind bei unseren MFAs in den letzten Monaten erhebliche „Überstunden“ aufgelaufen. Um diese auszugleichen bleibt nur die Möglichkeit von kurzfristigen „Praxisferien“. Wie die Personalsituation zukünftig zu regeln ist, wenn die Sprechstundenzeiten auf 25 Wochenstunden erweitert werden müssen „steht  noch in den Sternen“. Vielleicht hält die Politik für uns und Sie  dazu eine Lösung bereit?

 

Wie in jeder Praxisinfo möchten wir Sie auch heute über ein gesundheitliches Thema beraten            >  Das REIZDARMSYNDROM <

 Wenn  chronische, das heißt länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden wie z.B. Bauchschmerzen,  Blähungen und /oder  wenn damit Stuhlgangveränderungen wie Verstopfung oder Durchfälle  auftreten, kann ein so genanntes Reizdarmsyndrom dafür die Ursache sein.

Statistische Erhebungen zeigen, dass fast jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens unter solchen Magen-Darm-Beschwerden leidet. Männer sind davon deutlich weniger oft betroffen.

Die Patienten klagen über unspezifische Bauchschmerzen, über  Druck- und Völlegefühl nach Mahlzeiten, ein frühes Sättigungsgefühl sowie sehr schmerzhafte Blähungen. Das Krankheitsbild geht oft auch mit Veränderungen des Stuhls wie Durchfall mit dünnflüssigen, häufigen Darmentleerungen, ggf. mit Schleimbeimengungen einher.  Schafskotartige Stühle und Verstopfungen kommen ebenso häufig vor wie auch ein schmerzhafter Stuhldrang und das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Eine Besserung der Bauchschmerzen und des Völlegefühls stellt sich meistens erst nach einer Darmentleerung ein.

Warnhinweise,  die gegen das Vorliegen eines Reizdarmsyndroms  sprechen, sind nächtliche Durchfälle, Fieber, Blut im Stuhl sowie ein Gewichtsverlust. Da die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ erst nach Ausschluss anderer, möglicherweise schwerwiegender Erkrankungen des Verdauungstraktes gestellt werden darf,  müssen zunächst alle anderen möglichen Ursachen der geklagten Beschwerden  durch Ihren Arzt abgeklärt werden!

Voraussetzung dafür ist eine ausführliche Erhebung der Anamnese, und eine gründliche körperliche Untersuchung. Des Weiteren sind hierbei  laborchemische, mikrobielle und bildgebende ( Sonografie, CT und MRT) Verfahren dringend angezeigt. Vor Diagnosestellung eines Reizdarmsyndroms ist die Durchführung einer endoskopischen Untersuchung durch eine Magen-Darmspiegelung zum Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen des Verdauungssystems unabdingbar, denn auch eine bösartige Magendarmerkrankung oder Dickdarmpolypen können zunächst die Symptome eines Reizdarmsyndroms vortäuschen.

In unserer Praxis wird hierzu  neben der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung auch eine Sonografie des Bauchraumes durchgeführt. Eine Blutuntersuchung mit Blutbild und Bestimmung der Enzymwerte für die Leber und Bauchspeicheldrüse,  Ausschluss einer Helicobacterinfektion durch einen Atemtest, und die Durchführung eines Testes auf Gluten- und Lactoseunverträglichkeit ergänzen diese Untersuchungen. Als sehr zielführend hat sich auch die Bestimmung der Diaminooxidase, ein Histamin abbauendes   Enzym des Darmes, erwiesen. Bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Käse, Wein oder Tomaten beinhalten sehr viel Histamin und führen damit bei einer Verminderung der Diaminooxidase bei Aufnahme dieser Nahrungsmittel  zu einer Symptomatik wie bei einem Reizdarmsyndrom. Angezeigt sind auch Stuhluntersuchungen auf Bakterien, Pilze oder Parasiten, die Bestimmung der Elastase im Stuhl, sowie die Untersuchung des Stuhls auf Calprotectin, ein Parameter für Entzündungen im Darm. Des Weiteren sollte der Stuhl auf occultes Blut, wie es bei einer Entzündung  oder einer Tumorerkrankung des Magendarmtraktes auftreten kann,   mittels eines Hitado oder iFOB-Testes untersucht werden.

 

Die Therapie  eines so gesicherten  Reizdarmsyndroms kann in einer Änderung der Essgewohnheiten, der Gabe von krampflösenden  Mitteln oder Probiotika (lebende Mikroorganismen) und in der ärztlichen Aufklärung über die Harmlosigkeit der Erkrankung bestehen.

Zu den anzuratenden  Essgewohnheiten gehören die Einnahme von viel Flüssigkeit und von Ballaststoffen (Müsli, Obst, Gemüse). Die morgendliche Einnahme von Flohsamen ist ebenfalls empfehlenswert. Als Quell- und Füllstoffe binden sie Wasser, dadurch nimmt  im Darm das Stuhlvolumen zu  und die Darmtätigkeit    wird dadurch normalisiert. Zudem wird der Stuhl weicher und kann so beschwerdefrei abgesetzt  werden.

Bei Verstopfung   können, wenn  auch nur kurzfristig, osmotisch wirksame Abführmittel wie Macrogol oder pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden. Bei Schmerzen bieten sich krampflösende Mittel wie Mebeverin oder Buscopan unterstützt durch Pfefferminz- und Kümmelöl an. Auch die Anwendung von Wärmepackungen (Wärmflasche) hat eine krampflösende Wirkung bei einem durch  Reizdarm verursachten Bauchschmerz. Lassen Sie sich beraten.