Archiv der Kategorie: Praxis-Infos

Praxisinfo August 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst eine erfreuliche Nachricht aus dem Praxisteam! Seit dem 18.07.2022 verstärkt  Frau Sandra Oswald unser Team als MFA. Wir freuen uns auf eine langfristige Zusammenarbeit  und wünschen ihr einen guten Start!


Wie bereits in den letzten Monaten soll auch in dieser Praxisinfo Impfen und Prävention vor Krankheiten Thema sein.

In diesem Jahr ist nach langen Beschränkungen das Reisen wieder möglich, auch Fernreisen. Deshalb möchten wir Sie  in dieser Praxisinfo durch den Beitrag von Frau Dr. Hernandez über die verschiedenen Formen einer ansteckenden Lebererkrankung und den Schutz vor einer INFEKTIÖSEN  HEPATITIS informieren.

Aber nicht nur auf Reisen kann man sich damit anstecken,  über bestimmte Nahrungsmittel ist eine solche Infektion auch hier zu Lande möglich. Die infektiöse Hepatitis (auch Gelbsucht genannt) ist eine Entzündung der Leber, die durch unterschiedliche Hepatitis-Viren ausgelöst werden kann.  Übertragungsweg, Verlauf und vorbeugende Maßnahmen unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Subtypen der Viren.


Bei uns und in den meisten Industrieländern  ist die HEPATITIS A eher selten, jedoch in tropischen und subtropischen Regionen sowie in einigen europäischen Ländern kommt sie häufig vor. Man kann sich
über verunreinigtes Trinkwasser und bestimmte Nahrungsmittel anstecken. Etwa 30-40% der Ansteckungen geschehen auf Reisen, bei uns in Deutschland wird die Erkrankung zum Beispiel durch importierte verunreinigte Tiefkühlerdbeeren ausgelöst. Bei Gesunden verläuft die Krankheit meist milde oder sogar unerkannt und heilt ohne Folgen aus. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist möglich und für bestimmte Personengruppen und vor Reisen sinnvoll. Es sind zwei Injektionen notwendig um einen langfristigen Schutz aufzubauen, nach der ersten Impfung besteht bereits nach circa zwei Wochen ein guter Schutz. Vergessen Sie jedoch nicht die zweite Impfung nach einer Reise.

 

Eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten ist die durch das HEPATITIS –B -Virus hervorgerufene Leberentzündung. Die Ansteckung erfolgt über Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit sind erste Symptome und es kann zu einer
Gelbsucht kommen. Bei circa 10 % verläuft die Hepatitis B chronisch und die Leber kann dauerhaft geschädigt werden. Dies führt in schlimmsten Fall zu einer Leberzirrhose und die Gefahr, an Leberkrebs zu erkranken ist deutlich erhöht. Bei chronisch infizierten bleibt das Virus im Körper und
es besteht die Möglichkeit, andere anzustecken. Auch gegen die Hepatitis B gibt es einen Impfstoff, um einer Infektion vorzubeugen. Auch eine Kombination mit dem Impfstoff gegen das Hepatitis-A -Virus ist möglich und wird meist so verwendet. Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Injektionen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis B bereits im Säuglingsalter und der Impfstoff ist bereits in den üblichen Kombinationsimpfstoffen für Babys enthalten.

 

Eine weitere Variante stellt die durch das HEPATITIS –C -Virus ausgelöste Leberentzündung dar, die durch Blutkontakt übertragen wird, z.B. über verunreinigte Injektionsnadeln und ist daher bei Süchtigen, die Drogen spritzen verbreitet. Krankheitssymptome werden bei etwa einem Viertel der Infizierten beobachtet und sind meist mild wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und Juckreiz. Ein chronischer Verlauf ist jedoch häufig, auch wenn die akute Erkrankung nicht bemerkt wird. Gegen das Hepatitis-C-Virus existiert kein Impfstoff, es wird daran allerdings seit Jahren geforscht.

 

Weltweit kommt auch die HEPATITIS  E vor. Die Übertragung erfolgt in Industrieländern meist durch nicht ausreichend gegartes Schweine- oder Wildfleisch (z.B. beim Grillen), in Ländern mit niedrigem Hygienestandard über verunreinigtes Trinkwasser. In Deutschland werden milde Verläufe beobachtet, die meist ohne Therapie wieder ausheilen. Allerdings können Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer Vor-schädigung der Leber eine schwere Hepatitis erleiden. Nachweis der Erkrankung erfolgt über eine Stuhluntersuchung, im Blut werden erhöhte Leberwerte gemessen werden. Eine Impfung gegen das Hepatitis-E-Virus ist bei uns in Europa nicht zugelassen, existiert aber in China. Vorbeugen kann man allerdings, indem man darauf achtet, Schweine- und Wildfleisch ausreichend durchzugaren. Auf Reisen gilt die bewährte Regel: „Peel it, cook it or forget it“ – „Schäle es, koche es oder vergiss es!“

 

Lassen Sie sich gerne von uns beraten, wir informieren Sie individuell über die Möglichkeiten, sich durch eine Impfung oder andere Maßnahmen vor einer Hepatitis zu schützen.

Zu guter Letzt: Lassen sie sich auch bezüglich einer 4. Covid Impfung beraten!

Ihr Praxisteam

 

Praxisinfo Juli 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

in den letzten Praxisinfos haben wir aus gutem Grund schwerpunktmäßig auf die Möglichkeit hingewiesen, durch Impfungen präventivmedizinisch gegen verschiedene Krankheiten vorbeugen zu können.

Unserer Meinung nach liegt die größte Impfkompetenz bei den Hausärzten, denn Impfen war von jeher unser „Geschäft“. Wir kennen unsere Patienten, können deren gesundheitlichen Risiken einschätzen und damit auch Impfprioritäten  sinnvoll festlegen. Über den aktuellen Diskussionen zu den Covid-19-Impfungen darf man nämlich  nicht vergessen, dass auch  Impfungen gegen andere Krankheiten gerade zu bestimmten Jahreszeiten von Bedeutung für den Einzelnen und  die Gesamtbevölkerung sind!

Impfungen sind nun einmal die beste Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten und der beste „Nachhilfeunterricht“ für unser Immunsystem.

Deshalb möchten wir Sie auch in dieser Praxisinformation wieder einmal zu einer für die Jahreszeit aktuellen und wichtigen Impfung beraten.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit lauern Zecken  überall wo es in unserem Umfeld „feucht und warm“ ist. Gerade in den vergangenen Zeiten der Quarantäne  haben wir uns vermehrt in heimatlichen Gefilden aufgehalten. Bei Untersuchungen der Münchner medizinischen Fakultäten wurden in den Isarauen am Flaucher auf einem Quadratmeter Wiesenfläche in den vergangenen  Frühjahren  1 400 Zecken gefunden. Soweit vorhanden  nutzen wir derzeit naturgemäß auch vermehrt unsere Gärten.  Man darf davon ausgehen, dass auch dort wie jedes Jahr Zecken vorkommen. Beim Stich/Biss kann dieser Parasit verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen. Die gefährlichsten Krankheiten, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden können, sind die

       Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Borreliose.

 Man geht derzeit davon aus, dass 4,5% der Zecken in den Risikogebieten mit einer dieser Erkrankung oder mit Beiden infiziert sind. Statistiken zeigen, dass zum Beispiel der FSME-Erreger bei jedem 50sten bis 1000sten Biss einer Zecke übertragen wird. Weiteren Untersuchungen zufolge verbirgt sich hinter jeder 10. so genannten „Sommergrippe“ eine FSME-Infektion. Bei 10% der infizierten Patienten befällt das FSME-Virus das Gehirn mit einem möglicherweise tödlichen Verlauf durch eine Atemlähmung oder es kommt  zu bleibenden Schäden am motorischen Nervensystem und/oder zu Erkrankungen der Psyche. 

Jeder, der sich in unserer Region im Freien aufhält, ist also auch dem Risiko eines Zeckenbisses ausgesetzt. Aber man muss nicht einmal vor die Türe gehen, denn auch Haustiere, wie Katzen und Hunde, können bereits infizierte Zecken in das Haus bringen.

Vorsichtsmaßnahmen, wie das sorgfältige Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt im Freien sowie das rasche fachgerechte Entfernen von Zecken können das Infektionsrisiko verringern. Schützende Kleidung, wie langärmelige Hemden und lange Hosen, erschweren der Zecke, auch Holzbock (Ixodes ricinus) genannt, den infizierenden Biss.

Wer aber trägt schon eine solche „Schutzkleidung“ in der warmen Jahreszeit? Deshalb ist der wirklich sinnvolle Schutz gegen die FSME nur die Impfung,  da  eine medikamentöse Behandlung nach Ausbruch der Erkrankung kaum möglich ist.

Die vollständige Immunisierung besteht aus drei Injektionen innerhalb eines Jahres. Die zweite Injektion erfolgt vier Wochen nach der ersten Impfung und bietet jetzt bereits einen sehr guten Impfschutz (Boosterwirkung).  Eine dritte Impfung erfolgt 6 bis 12 Monate nach der ersten Injektion zur Sicherung des Impferfolges durch eine weitere Verstärkung des Boostereffektes. Eine einmalige Auffrischimpfung sollte dann, je nach Höhe des Antikörperspiegels und des Lebensalters, alle drei  bis fünf Jahre erfolgen. Schützen Sie sich und Ihre Familienangehörigen gegen die schwerwiegenden Folgen einer FSME-Infektion. Wir halten den Impfstoff für Sie in unserer Praxis vor. Sollten Sie eine Reise planen lassen Sie sich beraten, ob Ihr Reiseziel in einem europäischen „Zeckenrisikogebiet“ wie zum Beispiel Österreich liegt. Sollten Sie bereits in früheren Jahren irgendwann einmal gegen die FSME geimpft worden sein, so lassen Sie Ihren aktuellen Impfschutz jetzt überprüfen!

Die Lyme-Borreliose ist eine weitere Erkrankung, die durch Zecken übertragen werden kann. Sie verläuft mit Fieber, Gelenkschmerzen und Hautrötungen, die nach einer Inkubationszeit von einer bis elf  Wochen auftreten. Diese Erkrankung kann jedoch im Gegensatz zur FSME, so sie rechtzeitig erkannt wird, mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt werden.

Durch einen Zeckenbiss können aber auch andere Krankheitserreger, wie Rickettsien, Anaplasmen und die mit dem Malariaerreger verwandten Babesien den Weg in unseren Körper finden. Rickettsien verursachen das Fleckfieber, Anaplasmen schwere fieberhafte Erkrankungen mit Übelkeit und Erbrechen, Babesien  eine Erkrankung, die im Verlauf und Schwere der Malaria tropica ähnelt und deshalb auch die „Malaria des Nordens“ genannt wird. Auch bei diesen Erkrankungen ist, wie bei der Borreliose, eine Therapie mit Antibiotika möglich.

Wir stehen Ihnen jederzeit für eine Impfung gegen die FSME und zur Beratung bei weiteren Fragen zum Thema „Zeckenrisikogebiete“ zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Praxisteam

Praxisinfo Juni 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

 wir haben in den letzten Monaten Personal und Zeit intensive Impfaktionen gegen das Covid-19-Virus und seine Varianten in unserer Praxis angeboten und durchgeführt. Eine größere Anzahl unserer Patienten hat dabei jeweils die zweite, dritte oder vierte Impfung erhalten. Nachdem die aktuellen Inzidenzwerte hoffen lassen, dass wir  wieder uneingeschränkt verreisen können, möchten wir Sie an notwendige und sinnvolle Maßnahmen vor und bei Ihrer Reiseplanung erinnern, denn es gibt auch nach wie vor noch andere Erkrankungen als die Covid-Pandemie!

 Wie ist es um Ihren allgemeiner Impfstatus neben den schon angesprochenen Covid-Impfungen bestellt?

 Wie in früheren  „Praxisinfos“ bereits mehrfach erwähnt, sollten Sie hierzulande grundsätzlich über einen Impfschutz gegen Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung ( Poliomyelitis ), FSME, Hepatitis  A und  B und je nach Lebensalter zusätzlich über eine Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) und Pneumokokken verfügen.

Abhängig von Ihrem Reiseziel ist eventuell  zusätzlich  eine Impfung  gegen Gelbfieber, Typhus, besondere Formen der Hirnhautentzündung  (Meningitis) und Tollwut sinnvoll und angezeigt. Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B sowie gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis und Pertussis ( Keuchhusten ) können bei  Last – Minute – Reisen und unzureichendem Impfschutz gegen diese Krankheiten mit einer Injektion kurz vor Reiseantritt noch für einen ausreichenden Impfschutz sorgen. Sinnvoller ist es aber sicherlich, mit ausreichendem Zeitabstand vor einer Reise, die notwendigen Impfungen oder Impfauffrischungen durchzuführen. Wir sind gerne bereit Sie anhand Ihres Impfbuches entsprechend zu beraten. In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, dass Frau Dr. Malik die Zusatzbezeichnung „Reisemedizin“ führt damit auch ermächtigt ist in unserer Praxis Gelbfieberimpfungen durchzuführen.

Weitere gesundheitliche Risiken bei Reisen in subtropische und tropische Länder bestehen aber auch durch Krankheiten gegen die keine Impfungen möglich sind. Im Vordergrund stehen hierbei Infektionskrankheiten, die zu Magen – Darmerkrankungen  mit Durchfällen führen. Hier empfiehlt  es sich entsprechende Medikamente in einer Reiseapotheke mitzuführen. Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke. Sollten Sie während Ihrer Urlaubsreise in einem der oben genannten Länder an Durchfall erkranken, denken Sie bitte daran nach Ihrer Rückkehr, auch wenn Sie zwischenzeitlich keine Symptome der Erkrankung mehr aufweisen, Ihren Arzt aufzusuchen. Eine Stuhluntersuchung ist zudem angezeigt, um eventuell chronische Verläufe und Spätfolgen einer solchen Durchfallerkrankung auszuschließen bzw. zu vermeiden.

Ein unverändert wichtiges Thema ist bei Reisen in subtropische und tropische Länder  die Prophylaxe gegen eine Malariainfektion. Diese Erkrankung wird durch den Stich der Anophelesmücke übertragen. Ein erhebliches Risiko danach an einer durchaus lebensgefährlichen Malaria tropica  zu erkranken besteht derzeit bei Reisen in afrikanische Länder südlich der Sahara, in das nördliche Indien,  in Länder Südostasiens sowie in Gebiete des Amazonas und seiner Nebenflüsse. Wichtigster Schutz vor dieser Erkrankung ist zuallererst die Vermeidung des Mückenstiches durch chemischen Mückenschutz (z.B. NoBite), Moskitonetze und entsprechende Kleidung. Eine zusätzliche Prophylaxe durch bestimmte Medikamente, wie z.B. Lariam, Malarone, Resochin oder Doxycyclin,  ist bei Reisen in die o.g. Gebiete dringend zu empfehlen.  Lassen Sie sich von uns beraten. Eine häufig unterschätzte Erkrankung, die ebenfalls durch einen Mückenstich   (Aedesmücke ) übertragen wird, ist das Dengue – Fieber. Das Dengue-Fieber hat sich in den letzten Jahren erheblich ausgebreitet und große Epidemien in Südostasien und Lateinamerika verursacht. Heute ist diese Erkrankung in circa 100 Ländern der Welt verbreitet. Man geht von mehr als 22 000 Todesfällen pro Jahr, verursacht durch das Dengue – Fieber, aus. In den letzten Jahren sind mit dem Denguevirus infizierte Aedesmücken auch in Südfrankreich und Norditalien beobachtet worden. Derzeit gibt es keine Medikamente gegen diese Erkrankung, der Mückenschutz stellt die einzige Möglichkeit dar sich vor einem Dengue – Fieber zu schützen. 

 Nutzen Sie die Möglichkeiten zum Schutz vor diesen Krankheiten und lassen Sie sich entsprechend beraten. Dann können Sie Ihren Urlaub auch in gesundheitlichen Risikoländern  genießen und mit vielen neuen Eindrücken aus fernen Ländern und Regionen gesund wiederkommen.

             Ihr Praxisteam

 

Praxisinfo Mai 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir hoffen, dass Sie alle bisher heil, da gut und ausreichend geimpft durch die unverändert grassierende Covidinfektionswelle gekommen sind. Da bisher nur das Medikament „Xexudy mit dem Wirkstoff Sotrovimab“ ausschließlich zur Infusionstherapie bereits akut an einer Covid-Infektion erkrankter Patienten aus den bekannten Risikogruppen  zur Verfügung steht, ist die Mehrfachimpfung gegen das Covidvirus  nach wie vor die erste Wahl zur Vermeidung der Infektion und deren Folgen. Patienten fragen in den letzten Monaten deshalb immer wieder nach anderen Möglichkeit das eigene Immunsystem zu stärken bzw. zu unterstützen.

In zahlreichen pseudowissenschaftlichen Pressemeldungen werden dazu immer öfter die Gabe von Vitaminen und sogenannten Immunstimulatoren wie Zink und Selen angepriesen und auch für teures  Geld verkauft. Das einfachste Mittel zur Aufrechterhaltung unserer Immunität ist aber nach wie vor eine gesunde Lebensweise mit Bewegung und dem jeweiligen Alter angepasster Sport. Eine ausgewogene Ernährung ist ebenfalls, unter Vermeidung von seelischem und physischem Stress und Meidung von zu vielen Genussmitteln wie zum Beispiel Alkohol und Nikotin, bestens geeignet auch jetzt unser Immunsystem aufrecht zu erhalten und zu stärken. Unser Immunsystem braucht beim Gesunden keine Unterstützung von außen, wenn dem nicht so wäre, dann hätte die Menschheit zu keinem Zeitpunkt Infektionskrankheiten überlebt.

 Impfungen können unserem Immunsystem den Umgang mit verschiedenen Infektionskrankheiten bereits vor deren Ausbruch anlernen. Impfstoffe stimulieren unser Immunsystem zur Abwehr von bestimmten Krankheitserregern bevor diese eine manifeste Erkrankung auslösen können. Nach einer Impfung wird eine definierte Antikörperbildung gegen die Krankheitserreger ausgelöst, was dann bei einem späteren  Kontakt mit solchen Erregern zu deren „vorzeitigen Vernichtung“ führt und damit eine schwere,  manchmal tödliche Erkrankung  bereits im „Ansatz erstickt“! Da die Antikörperbildung nach einiger Zeit bei bestimmten Impfungen abklingen kann, muss dann unser Immunsystem durch eine Auffrisch- oder Wiederholungsimpfung (Booster) an den Schutz durch die einmal gebildeten Antikörper so zu sagen nochmals erinnert werden (z.B. Tetanus nach 10 Jahren, FSME nach 3 bis 5 Jahren).

 Die Impfstoffe werden mit abgetöteten oder laborchemisch hergestellten ( z.B. m-RNA) Stoffen (=Antigenen) produziert und können so selbst  keine akute Erkrankung auslösen. Nur zur Abwehr bestimmter Krankheiten, wie  zum Beispiel Masern oder Gelbfieber, kommen Lebendimpfstoffe zur Anwendung und bedürfen dehalb vor und nach einer Impfung der sorgfältigen Beratung, Betreuung und Überwachung.

 Bleibt die Frage nach der Bedeutung der Vitamine für unser Immunsystem?

Vitamine sind lebenswichtige Botenstoffe für unseren Körper die wir mit der Nahrung aufnehmen müssen, da sie der Körper, im Gegensatz zu den körpereigenen Hormonen, nicht selber bilden kann.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass in unseren Breiten bei einer ausgewogenen, sprich nicht rein  vegetarischen oder gar veganen Ernährung, der Bedarf an den wichtigsten Vitaminen abgedeckt ist. Ein Mangel an bestimmten Vitaminen wie zum Beispiel in Folge einer Mangelernährung, eines erhöhten Bedarfes (z.B. Schwangerschaft) oder bei bestimmten Erkrankungen, die die Aufnahme der Vitamine behindern, kann jedoch zu schwerwiegenden Erkrankungen führen und bedarf deshalb, aber erst nach einer ärztlichen Diagnosestellung, dringend einer Therapie.

Hierzu gehört bei uns  zum Beispiel der Mangel an Vitamin D3, der zu einer erhöhten Gefahr für Knochenbrüche auf dem Boden einer Osteoporose führt und der Mangel an Vitamin B12 mit fatalen Folgen für die Blutbildung und das periphere Nervensystem (siehe Praxisinfo April 2022).

Aber auch die übermäßige und unkontrollierte Zufuhr bestimmter Vitamine kann zu erheblichen  Gesundheitsstörungen führen. So kann eine Überdosierung des Vitamin D3 die Bildung von Nierensteinen auslösen. Das Vitamin D3 gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine A, K, E, D die nur zusammen mit Nahrungsfetten aufgenommen werden können. Sie können in einem bestimmten Umfang im Körper gespeichert werden und sind dadurch für eine bestimmte Zeit bevorratet. Der Vorteil dabei ist, dass der Körper so über eine einige Zeit eine Unterversorgung mit diesen Vitaminen ausgleichen kann. Nachteilig ist , dass jedoch bei einer unkontrollierten Überversorgung  eine Anreicherung der Vitamine im Körper provoziert wird,  die wiederum eine Erkrankung auslösten kann (siehe Überdosierung des Vitamin D3).

Gleiches gilt, um eine weiteres Beispiel zu nennen, für das Vitamin A. Unser Körper braucht dieses Vitamin zur Funktion der Sehzellen des Auges, die das Hell-Dunkel-Sehen ermöglichen. Ein Mangel führt zu Nachtblindheit. Wir decken unseren Bedarf an Vitamin A vorwiegend aus den in Gemüsen enthaltenen Carotinoiden, auch Leber und Eier enthalten das Vitamin ausreichend. Eine Überdosierung kann bei Schwangeren zu Fehlbildungen beim Kind führen, sonst  zu Hautschädigungen und bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.

 Im Gegensatz zu den fettlöslichen Vitaminen werden die wasserlöslichen Vitamine im Körper nicht gespeichert. Mit Ausnahme des Vitamin B12, das in der Leber bevorratet werden kann. Das hat den Vorteil, dass bei einer Überdosierung der wasserlöslichen Vitamine, dazu gehören die Vitamine B1 bis B12, Folsäure und Vitamin C, diese folgenlos aber auch dann nutzlos ausgeschieden werden.

Davon betroffen ist vor Allem der Aberglaube „man könne durch eine massive tägliche Zufuhr von Vitamin C eine Erkältung besiegen“. Der Tagesbedarf an Vitamin C beträgt bei Frauen 95 mg, bei Männern 110 mg und ist nur bei Sportlern und Rauchern auf Grund eines erhöhten Verbrauches geringfügig höher (135mg). Ein massiver  Mangel an Vitamin C führt zu Zahnverlust (Skorbut), einen Eisenmangel, da das Vitamin die Eisenaufnahme im Verdauungssystem befördert, und  zur Schwächung der Bindegewebszellen unseres Körpers. Eine Überdosierung des Vitamins kann nicht eintreten, da die Zielzelle nur die durch den Tagesbedarf definierte Menge des Vitamins aufnehmen kann.. Bei einer über den Tagesbedarf hinausgehenden Aufnahme wird letztlich nur „vitaminreicher, schön gelber und nach Zitrone riechender und teurer Urin produziert“. Aus der Hoffnung sich mit  vitaminhaltigen  Produkten   was  Gutes und Gesundes zu tun, boomt dieser Markt. Im Jahr 2020 wurden alleine bei uns dafür 2,3 Milliarden ausgegeben! Lassen Sie sich beraten, bevor Sie sich mit der unkontrollierten Einnahme von vitaminhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln schaden!

Ihr Praxisteam

Praxisinfo April 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst wie in jeder Praxisinfo einige Informationen zur und um unsere Praxis.

Ab dem 01.04, wird Frau Jana Kreutz unser Ärzteteam verstärken. Frau Kreutz ist bereits Fachärztin für Anästhesie und befindet sich jetzt im letzten Weiterbildungsabschnitt zur Fachärztin für Allgemeinmedizin. Wir wünschen ihr einen guten Anfang und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit.

Wie auch in jeder Praxisinfo wollen wir unsere Patienten zu einem wichtigen medizinischen Thema, nämlich der Bedeutung des V I T A M I N   B   1 2  für unsere Gesundheit informieren.

Vitamine sind chemische Verbindungen, die im Gegensatz zu den Hormonen, unser Körper nicht selbst bilden kann. Wir sind darauf angewiesen diese Stoffe mit der Nahrung aufzunehmen. Vitamin B 12 ist im Gegensatz zu den nur fettlöslichen Vitaminen E D K und A ein wasserlösliches Vitamin und wird in seiner Vorstufe Cobalamin aus der Nahrung aufgenommen um dann im menschlichen Organismus in das biologisch wirksame Vitamin B 12, auch als Coenzym B 12 bezeichnet, umgewandelt. In welchen unserer Nahrungsmittel kommt nun dieses Vitamin vor?

Cobalamin, das das Spurenelement Cobalt beinhaltet, nehmen wir Menschen vorwiegend durch den Konsum von Fleisch auf. Milchprodukte und Eier enthalten dagegen sehr wenig Cobalamin. Kalbs- und Schweineleber, sowie Schweineniere haben einen sehr hohen Gehalt an Cobalamin, Rindfleisch beinhaltet deutlich mehr Cobalamin als Schweinefleisch. Fische wie Makrele und Thunfisch beinhalten jedoch in ihrem Fleisch noch deutlich  mehr Cobalamin als Rindfleisch oder Schweinefleisch.

Gemüse, Soja oder andere pflanzliche Nahrungsmittel liefern so gut wie kein Cobalamin. Dies führt deshalb bei einer rein vegetarischen oder veganen Ernährung auf Dauer zu einem Vitamin B 12 Mangel.

Die Aufnahme des Cobalamin aus der Nahrung ist ein sehr komplexer Vorgang, der selbst bei scheinbar ausreichender Versorgung aus der Nahrung zu entsprechenden Mangelerscheinungen führen kann, denn das Cobalamin der Nahrung, auch  „Extrinsic-Faktor“ genannt, muss im Magen des Menschen mit einem nur dort gebildeten Eiweiß, dem „Instrinsic-Faktor“ gekoppelt werden. Nur der Komplex aus „Extrinsic-und Intrinsic-Faktor“ kann dann in den letzten 30 cm des Dünndarms, dem so genannten terminalen Ileum, resorbiert werden.

Erkrankungen des Magens und des Dünndarms führen deshalb, trotz einer ausreichenden Zufuhr des Cobalamin,  zu einem Vitamin B 12 Mangel. Patienten mit chronischen Magenerkrankungen, wie zum Beispiel einer chronischen Magenschleimhautentzündung wie sie etwa bei einer Infektion der Magenschleimhaut mit einem Helicobacter-Bakterium vorliegt, entwickeln deshalb stets Erkrankungen, die auf dem daraus resultierenden Vitamin B 12 Mangel zurückzuführen sind. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass  altersbedingt 2/3 aller Menschen nach dem 60. Lebensjahr an einer atrophischen Veränderung der Magenschleimhaut leiden, die auch die Bildung des zur Aufnahme des Cobalamin erforderlichen Intrinsic-Faktor dann nicht mehr gewährleisten kann. Auch exzessiver Alkoholkonsum kann über Jahre hinweg zu erheblichen Magenschleimhautveränderungen und damit zu einem Vitamin B 12 Mangel führen.

Cobalamin und das daraus im Körper gebildete Vitamin B 12 wird im Körper zur zeitgerechten Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt. Die Ausreifung der Erythrozyten ist bei einem Vitamin B 12 Mangel verlangsamt, so dass die Erythrozyten in ihrem Durchmesser gegenüber gesunden Erythrozyten vergrößert (Megaloblasten), aber in ihrer Anzahl verringert sind. Man spricht von einer perniziösen Anämie. Diese führt zu einem reduzierten Sauerstofftransport im Organismus, was unweigerlich zu einer Minderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führt.

Vitamin B 12 wird daneben auch zum Aufbau peripherer Nervenstrukturen benötigt. Bei einem Vitamin B 12 Mangel führt dies zu Symptomen wie Kribbeln und Kältegefühl in Händen und Füssen, Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Gangunsicherheit und Sturzneigung.

Verschiedene Formen einer Psychose, Depressionen und Demenz können ebenfalls Folge eines Vitamin B 12 Mangels im Nervensystem sein.

Durch die laborchemische Bestimmung des biologisch aktiven B 12 (Holo-Transcobalamin) und einer Blutbildanalyse (megaloblastäre Anämie) ist ihr Arzt in der Lage sehr rasch bestimmte Symptome einem eventuell vorliegendem Vitamin B 12 Mangel zu zuordnen und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Nur bei einer ursächlichen Fehlernährung kann diese durch die Gabe von Vitamin B 12 in Form von Dragees erfolgen. Bei den, einem Vitamin B 12 Mangel zugrunde liegenden Erkrankungen des Magens oder des Dünndarms kann die Therapie nur durch die intramuskuläre Injektion eines Vitamin B 12 Medikaments erfolgen. Lassen Sie sich beraten.

Ihr Praxisteam