Praxisinfo August 2022

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst eine erfreuliche Nachricht aus dem Praxisteam! Seit dem 18.07.2022 verstärkt  Frau Sandra Oswald unser Team als MFA. Wir freuen uns auf eine langfristige Zusammenarbeit  und wünschen ihr einen guten Start!


Wie bereits in den letzten Monaten soll auch in dieser Praxisinfo Impfen und Prävention vor Krankheiten Thema sein.

In diesem Jahr ist nach langen Beschränkungen das Reisen wieder möglich, auch Fernreisen. Deshalb möchten wir Sie  in dieser Praxisinfo durch den Beitrag von Frau Dr. Hernandez über die verschiedenen Formen einer ansteckenden Lebererkrankung und den Schutz vor einer INFEKTIÖSEN  HEPATITIS informieren.

Aber nicht nur auf Reisen kann man sich damit anstecken,  über bestimmte Nahrungsmittel ist eine solche Infektion auch hier zu Lande möglich. Die infektiöse Hepatitis (auch Gelbsucht genannt) ist eine Entzündung der Leber, die durch unterschiedliche Hepatitis-Viren ausgelöst werden kann.  Übertragungsweg, Verlauf und vorbeugende Maßnahmen unterscheiden sich bei den unterschiedlichen Subtypen der Viren.


Bei uns und in den meisten Industrieländern  ist die HEPATITIS A eher selten, jedoch in tropischen und subtropischen Regionen sowie in einigen europäischen Ländern kommt sie häufig vor. Man kann sich
über verunreinigtes Trinkwasser und bestimmte Nahrungsmittel anstecken. Etwa 30-40% der Ansteckungen geschehen auf Reisen, bei uns in Deutschland wird die Erkrankung zum Beispiel durch importierte verunreinigte Tiefkühlerdbeeren ausgelöst. Bei Gesunden verläuft die Krankheit meist milde oder sogar unerkannt und heilt ohne Folgen aus. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist möglich und für bestimmte Personengruppen und vor Reisen sinnvoll. Es sind zwei Injektionen notwendig um einen langfristigen Schutz aufzubauen, nach der ersten Impfung besteht bereits nach circa zwei Wochen ein guter Schutz. Vergessen Sie jedoch nicht die zweite Impfung nach einer Reise.

 

Eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten ist die durch das HEPATITIS –B -Virus hervorgerufene Leberentzündung. Die Ansteckung erfolgt über Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit sind erste Symptome und es kann zu einer
Gelbsucht kommen. Bei circa 10 % verläuft die Hepatitis B chronisch und die Leber kann dauerhaft geschädigt werden. Dies führt in schlimmsten Fall zu einer Leberzirrhose und die Gefahr, an Leberkrebs zu erkranken ist deutlich erhöht. Bei chronisch infizierten bleibt das Virus im Körper und
es besteht die Möglichkeit, andere anzustecken. Auch gegen die Hepatitis B gibt es einen Impfstoff, um einer Infektion vorzubeugen. Auch eine Kombination mit dem Impfstoff gegen das Hepatitis-A -Virus ist möglich und wird meist so verwendet. Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Injektionen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis B bereits im Säuglingsalter und der Impfstoff ist bereits in den üblichen Kombinationsimpfstoffen für Babys enthalten.

 

Eine weitere Variante stellt die durch das HEPATITIS –C -Virus ausgelöste Leberentzündung dar, die durch Blutkontakt übertragen wird, z.B. über verunreinigte Injektionsnadeln und ist daher bei Süchtigen, die Drogen spritzen verbreitet. Krankheitssymptome werden bei etwa einem Viertel der Infizierten beobachtet und sind meist mild wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und Juckreiz. Ein chronischer Verlauf ist jedoch häufig, auch wenn die akute Erkrankung nicht bemerkt wird. Gegen das Hepatitis-C-Virus existiert kein Impfstoff, es wird daran allerdings seit Jahren geforscht.

 

Weltweit kommt auch die HEPATITIS  E vor. Die Übertragung erfolgt in Industrieländern meist durch nicht ausreichend gegartes Schweine- oder Wildfleisch (z.B. beim Grillen), in Ländern mit niedrigem Hygienestandard über verunreinigtes Trinkwasser. In Deutschland werden milde Verläufe beobachtet, die meist ohne Therapie wieder ausheilen. Allerdings können Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer Vor-schädigung der Leber eine schwere Hepatitis erleiden. Nachweis der Erkrankung erfolgt über eine Stuhluntersuchung, im Blut werden erhöhte Leberwerte gemessen werden. Eine Impfung gegen das Hepatitis-E-Virus ist bei uns in Europa nicht zugelassen, existiert aber in China. Vorbeugen kann man allerdings, indem man darauf achtet, Schweine- und Wildfleisch ausreichend durchzugaren. Auf Reisen gilt die bewährte Regel: „Peel it, cook it or forget it“ – „Schäle es, koche es oder vergiss es!“

 

Lassen Sie sich gerne von uns beraten, wir informieren Sie individuell über die Möglichkeiten, sich durch eine Impfung oder andere Maßnahmen vor einer Hepatitis zu schützen.

Zu guter Letzt: Lassen sie sich auch bezüglich einer 4. Covid Impfung beraten!

Ihr Praxisteam