Praxis-Info April 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

 zunächst möchten wir Ihnen gerade in dieser Zeit friedvolle Ostertage wünschen.

Wir hoffen Sie sind bisher gesund durch die Pandemie gekommen. Vielleicht sind einige von Ihnen schon gegen Covid-19 geimpft. Wir warten darauf, dass wir bald die Möglichkeit und die Vorgaben zur Covid-19-Impfung in unserer Praxis bekommen. Unserer Meinung nach liegt die größte Impfkompetenz bei den Hausärzten, denn Impfen war von jeher unser „Geschäft“ und wir kennen unsere Patienten, können deren gesundheitlichen Risiken einschätzen und damit auch Prioritäten  sinnvoll festlegen.

Über den Diskussionen zur Covid-19-Impfung darf man aber nicht vergessen, dass auch die möglichen Impfungen gegen andere Krankheiten gerade in dieser Zeit von Bedeutung für den Einzelnen und die Gesamtbevölkerung sind!

Impfungen sind nun einmal die beste Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten und der beste „Nachhilfeunterricht“ für unser Immunsystem.

Deshalb möchten wir Sie auch in dieser Praxisinformation wieder einmal zu einer für die Jahreszeit aktuellen und wichtigen Impfung beraten.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit lauern Zecken,  überall wo es feucht und warm ist. Gerade in Quarantänezeiten halten wir uns vermehrt in heimatlichen Gefilden auf, so wurden bei Zählungen in den Isarauen auf einem Quadratmeter Wiesenfläche im Frühjahr 2015  1 400 Zecken gefunden. Soweit vorhanden  nutzen wir derzeit naturgemäß auch  unsere Gärten vermehrt. Man darf davon ausgehen, dass auch dort wie jedes Jahr massenhaft Zecken vorkommen. Beim Stich/Biss kann dieser Parasit verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen.

Die gefährlichsten Krankheiten, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden können, sind die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Borreliose.

Man geht derzeit davon aus, dass 4,5% der Zecken mit einer dieser Erkrankung oder mit beiden infiziert sind. Statistiken zeigen, dass zum Beispiel der FSME-Erreger bei jedem 50sten bis 1000sten Biss einer Zecke übertragen wird.

Untersuchungen zufolge verbirgt sich hinter jeder 10. so genannten Sommergrippe eine FSME-Infektion. Bei 10% der infizierten Patienten befällt das FSME-Virus das Gehirn mit einem möglicherweise tödlichen Verlauf durch eine Atemlähmung oder es kommt  zu bleibenden Schäden, wie etwa einer nicht mehr therapierbaren Lähmung der Arme oder Beine.

Jeder, der sich in unserer Region im Freien aufhält, ist dem Risiko eines Zeckenbisses ausgesetzt. Aber man muss nicht einmal vor die Türe gehen, denn auch Haustiere, wie Katzen und Hunde, können infizierte Zecken in das Haus bringen.

Vorsichtsmaßnahmen, wie das sorgfältige Absuchen des Körpers nach einem Aufenthalt im Freien sowie das rasche fachgerechte Entfernen von Zecken können das Infektionsrisiko verringern. Schützende Kleidung, wie langärmelige Hemden und lange Hosen, erschweren der Zecke, auch Holzbock (Ixodes ricinus) genannt, den infizierenden Biss. Wer aber trägt schon eine solche „Schutzkleidung“ in der warmen Jahreszeit?

Deshalb ist der wirklich sinnvolle Schutz gegen die FSME nur die Impfung,  da eine medikamentöse Behandlung nach Ausbruch der Erkrankung nicht möglich ist. Die Impfung besteht aus drei Injektionen innerhalb eines Jahres. Die zweite Injektion erfolgt vier Wochen nach der ersten Impfung und bietet jetzt bereits einen sehr guten Impfschutz. Die dritte Impfung erfolgt 6 bis 12 Monate nach der ersten Injektion zur Sicherung des Impferfolges. Eine Auffrischimpfung sollte, je nach Antikörperspiegel und Alter, alle drei  bis fünf Jahre erfolgen.

Schützen Sie sich und Ihre Familienangehörigen gegen die schwerwiegenden Folgen einer FSME-Infektion. Wir halten den Impfstoff für Sie in unserer Praxis vor. Lassen Sie sich jetzt impfen! Sollten Sie bereits in früheren Jahren gegen die FSME geimpft worden sein, so lassen Sie Ihren aktuellen Impfschutz jetzt überprüfen!

Die Lyme-Borreliose ist eine weitere Erkrankung, die durch Zecken übertragen werden kann. Sie verläuft mit Fieber, Gelenkschmerzen und Hautrötungen, die nach einer Inkubationszeit von einer bis elf  Wochen auftreten. Diese Erkrankung kann jedoch im Gegensatz zur FSME, so sie rechtzeitig erkannt wird, mit einem Antibiotikum erfolgreich behandelt werden.

Durch einen Zeckenbiss können aber auch andere Krankheitserreger, wie Rickettsien, Anaplasmen und die mit dem Malariaerreger verwandten Babesien den Weg in unseren Körper finden. Rickettsien verursachen das Fleckfieber, Anaplasmen schwere fieberhafte Erkrankungen mit Übelkeit und Erbrechen, Babesien  eine Erkrankung, die im Verlauf und Schwere der Malaria tropica ähnelt und deshalb auch die „Malaria des Nordens“ genannt wird. Auch bei diesen Erkrankungen ist, wie bei der Borreliose, eine Therapie mit Antibiotika möglich.

Wir stehen Ihnen jederzeit für eine Impfung gegen die FSME und zur Beratung bei weiteren Fragen zum Thema „Zeckenbiss“ zur Verfügung.

 Ihr Praxisteam