Praxis-Info März 2021

Liebe Patientin, lieber Patient,

 wir hoffen, dass Sie bisher gesund durch die Coronaepidemie gekommen sind und weiterhin gesund bleiben! Inzwischen haben alle Praxismitarbeiter die 2. Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das erhöht sicher den Schutz der Mitarbeiter und damit auch unserer Patienten gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus. Haben Sie sich selbst schon zur Impfung angemeldet? Wenn nicht dann holen Sie das bitte unter                             impfzentren.bayern nach!

Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf hinweisen, dass Sie  aktuelle Informationen zu und über unsere Praxis  auf unserer Homepage:

           www. praxis-schoenberger.de  jederzeit abfragen können.

 

Obwohl die Coronapandemie derzeit das öffentliche Leben, unsere privaten Lebensverhältnisse und die Diskussionen in allen Medien beherrscht darf nicht vergessen werden, dass es da noch andere Gefahren für unsere Gesundheit gibt. Aus diesem Grund möchten wir Sie in dieser Praxisinfo zu einem wichtigen Thema beraten:       BLUTHOCHDRUCK                     

Die Bluthochdruckerkrankung betrifft derzeit in Deutschland etwa 16 bis 20 Millionen Menschen und ist damit, zusammen mit den daraus resultierenden Komplikationen, die häufigste Erkrankung in unserer Bevölkerung. 

Scipione Riva-Rocci, ein Kinderarzt aus Pavia, hat 1895 einen Apparat zur unblutigen Messung des Blutdruckes entwickelt. Daher finden Sie bei jeder Blutdruckmessung das Kürzel RR vor dem jeweiligen Wert. Gemessen wird nach Riva-Rocci ein oberer Wert (systolisch), der dem Blutdruck entspricht, der durch die Zusammenziehung des Herzmuskels (Systole) in der Blutbahn erzeugt wird (Pulswelle). Wenn sich das Herz dann wieder füllt (Diastole), steht das Blut in den arteriellen Gefäßen. Der dabei auf den Gefäßwänden liegende Blutdruck stellt den unteren Wert (diastolisch) der Blutdruckmessung dar.

Als oberer Normwert für den Blutdruck wird heute ein Wert von  RR 130/85 mmHg angesehen. Ab einem Wert von 149/94 mmHg spricht man von einem Borderline-Hochdruck, ab einem Wert von 159/99 mmHg liegt eine echte Hochdruckerkrankung vor. An dieser Stelle sei mit Nachdruck darauf  hingewiesen, dass bereits bei einem Borderline-Hochdruck gehäuft massive Komplikationen, wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Nieren- und Augenschäden auftreten können.  

80 – 85 % der Bluthochdruckpatienten leiden an einem primären, familiären, das heißt genetisch bedingten Bluthochdruck. 

Bei den restlichen Hochdruckpatienten liegen sekundäre, das heißt organische Ursachen, wie zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebennieren, des Herzens, der Nieren oder eine Schlafapnoe vor.

Bei einem Patient mit einem primären Hochdruck treten in der Regel erstmals um das 40. Lebensjahr erhöhte Blutdruckwerte auf, was meist zu der Aussage führt „ich hatte nie einen erhöhten Blutdruck, eher immer einen niedrigen“. In der Familiengeschichte finden sich bei den Eltern und Großeltern dann fast immer Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle. 

Die Diagnose „Hypertonus“ ist durch eine 24-Stunden Blutdruckmessung immer einwandfrei zu sichern. Steht nun fest, dass der Patient an einem Hypertonus leidet, ist die regelmäßige Blutdruckmessung in Verbindung mit einer entsprechenden Therapie zur Vermeidung der unausweichlichen Spätfolgen unabdingbar. 

Da zahlreiche Patienten an einem „Weißkittelsyndrom“, das heißt an einem reaktiven hohen Blutdruck leiden, sobald sie eine Arztpraxis betreten, empfiehlt sich auch die heimische Blutdruckselbstmessung. Wir empfehlen hierzu die Messung mit den einfach anzuwendenden „Handgelenksgeräten“ nach einer Einweisung durch den Arzt und einer Vergleichsmessung mit den geeichten Blutdruckmessgeräten der Praxis, um Fehlmessungen zu vermeiden. Die Messung zu Hause sollte dann, nach einer Ruhephase von 5 Minuten im Sitzen erfolgen. Der Blutdruck sollte regelmäßig und immer zu den gleichen Tageszeiten, zum Beispiel nach dem Frühstück und vor dem Abendessen, gemessen werden. Obwohl die heutigen Geräte über einen Messspeicher verfügen, empfehlen wir die schriftliche, tabellarische Dokumentation wegen der besseren Übersicht und der daraus resultierenden Motivation. 

Die Therapie der primären Bluthochdruckerkrankung ist stets eine lebenslange. Neben einer eventuell erforderlichen Gewichtsreduktion, einer kochsalzarmen Ernährung und regelmäßiger Bewegung und Entspannung, sind verschiedene Medikamente wichtige Säulen einer Hochdrucktherapie. 

Ihr Arzt wird, zusammen mit Ihnen entscheiden, welche Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer, AT-Antagonisten, Beta-Blocker, Calcium-Antagonisten oder Diuretika einzeln oder in Kombination für Sie sinnvoll oder erforderlich sind. Lassen Sie sich beraten und bleiben Sie gesund!

Ihr Praxisteam