Praxisinfo November 2020

Liebe Patientin, lieber Patient,

mit Nachdruck möchten wir Sie noch an die Impfung gegen die Virusgrippe (Influenza) erinnern (siehe Praxisinfo vom Oktober 2020)!

Leider ist es, entgegen der Aussage des Gesundheitsministers, wie zu erwarten war zu einem Lieferengpass für den Grippeimpfstoff gekommen. Wir können deshalb zunächst nur Patienten impfen die sich rechtzeitig Impftermine haben reservieren lassen. Sollten Sie also noch nicht gegen die Influenza geimpft sein, melden Sie sich bei uns und vereinbaren einen Impftermin. Wir führen eine Warteliste und verständigen Sie sofort wenn wir wieder über den bereits von uns bestellten Grippeimpfstoff verfügen.   

 In der „dunklen Jahreszeit“ und heuer besonders, bedingt durch die Coronapandemie und den daraus resultierenden Einschränkungen,  leiden zahlreiche Menschen an depressiven Verstimmungen.  

Jede dritte Frau und jeder vierte Mann ist von diesem jahreszeitlichen Stimmungstief betroffen. Aber nicht alle, die davon betroffen sind, haben deshalb gleich eine Depression. Was aber kann gegen den gewöhnlichen „Winterblues“ helfen?

  1. Lassen Sie die Stimmungsschwankungen zu. So wie die Natur sich bis zum Wiedererwachen im Frühjahr zurückzieht, dürfen Sie sich jetzt auch Ruhe gönnen.
  2. Der Mangel an Sonnenlicht beschert uns in dieser Jahreszeit Müdigkeit und Antriebsarmut. Gehen Sie deshalb, wann immer es Ihnen möglich ist, nach draußen. Eine halbe Stunde im Freien hat auch bei bedecktem Himmel eine positive Wirkung. Ersatzweise können 15 Minuten einmal in der Woche in einer Sonnenbank hilfreich sein. UV-Licht in jeder Form aktiviert nämlich die Bildung von Vitamin D3, stimuliert das Immunsystem und wirkt so einer Depression  und damit auch einer Coronainfektion entgegen.
  3. Bewegen Sie sich auch bei schlechtem Wetter im Freien. Körperliche Anstrengung setzt „Glückshormone“ im Gehirn frei. Es gilt dabei der alte Spruch: „Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung“.
  4. Gönnen Sie sich wenn möglich etwas Schönes. Ein Essen zusammen mit Freunden, ein Kino- oder Theaterbesuch ist leider unter den derzeitigen Gegebenheiten nur sehr eingeschränkt möglich.
  5. Bauen Sie sich zu Hause ein „Nest“ wenn es draußen dunkel und ungemütlich ist. Machen Sie es sich bequem, hören Sie Musik, lesen Sie ein Buch, das Sie immer schon einmal lesen wollten und lassen Sie das „Faulsein“ zu.

Wenn allerdings die Niedergeschlagenheit zur Hoffnungslosigkeit wird, die Müdigkeit zur bleiernen Schwere und dieser Zustand vor allem in den Vormittagsstunden über mehrere Wochen anhält, ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie doch an einer Depression leiden. Suchen Sie dann frühzeitig ärztlichen  Rat und lassen Sie sich helfen, denn diese Erkrankung ist sicher eine der am meisten verdrängten und von den betroffenen Patienten mit Nachdruck negierten Gesundheitsstörung. Da sich eine Depression auch sehr negativ auf das Immunsystem auswirken kann ist gerade jetzt ein frühzeitiges Erkennen und eine damit verbundene adäquate Therapie von besonderer Bedeutung.

 Nach statistischen Erhebungen verbirgt sich in circa 9% aller Fälle hinter den in einer Sprechstunde geklagten körperlichen Beschwerden eine Depression. Man spricht in solchen Fällen von einer Depression mit Somatisierung. Das heißt, die oft vorhandenen heftigen körperlichen Symptome sind in Wirklichkeit Ausdruck eines primär seelischen Leidens oder Konfliktes aus den unterschiedlichsten Gründen.

Yesavage hat für Patienten eine so genannte Depressionsskala zur Selbstbeurteilung entwickelt. Hierzu sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • sind Sie mit Ihrem Leben unzufrieden?
  • haben Sie Aktivitäten und Interessen, die Ihnen wichtig waren, aufgegeben?
  • haben Sie das Gefühl Ihr Leben sei ohne Sinn?
  • sind Sie oft gelangweilt?
  • sind Sie häufig schlecht gelaunt?
  • haben Sie Ängste, die Sie bisher nicht kannten?
  • stehen Sie morgens ungern, unausgeruht und erschöpft auf?
  • fühlen Sie sich oft hilflos?
  • hadern Sie mit Ihrer Vergangenheit und ihrem Leben?
  • halten Sie ihr Gedächtnis für schlechter als das anderer?
  • leben Sie ungern in unserer Zeit?
  • sind Sie kontaktscheu geworden?
  • haben Sie keine Pläne für die Zukunft?
  • ist Ihnen oft zum Weinen zumute?
  • haben Sie das Gefühl, dass alle anderen es besser haben als Sie?

Wenn mehr als 6 Punkte aus diesem Fragenkomplex mit einem „Ja“ beantwortet werden, dann sollte das Gespräch mit dem Arzt gesucht werden, um das Vorliegen einer depressiven  Erkrankung auszuschließen. An einer Depression zu leiden ist keine Schande, auch wenn man meint, dass die Umgebung so denken könnte. Ihr Arzt ist in der Lage bei einer  Depression zu helfen. Lassen Sie sich beraten!

Ihr Praxisteam