Praxis-Info Juni 2020

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir hoffen, dass Sie Alle bisher gut durch die „Coronazeit“ gekommen sind.   Lassen Sie sich durch die jetzt aufflammende Diskussion über den Sinn und Zweck der bisher ergriffenen Maßnahmen und durch die kursierenden Verschwörungstheorien nicht verunsichern. Die Bilder aus Italien, Spanien, Frankreich, New York und zuletzt Brasilien sollten dabei nicht vergessen werden! Durch die konsequente Umsetzung der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes sind diese Folgen der Coronapandemie in Deutschland bisher weitgehend vermieden worden. Die jetzt immer häufiger festzustellende Reaktion in einigen Teilen der bisher gerade durch diese getroffenen Maßnahmen von der Pandemie verschonten Bevölkerung ist für uns nicht nachvollziehbar. Dazu fällt uns ein  hinkender aber vielleicht auf die Pandemie anwendbarer Vergleich ein:

 „Jemand ruft aufgeregt nach der Feuerwehr weil ein Haus in Flammen steht in dem zahlreichen Menschen der Flammentod droht. Die Feuerwehr rückt mit dem gebotenen großen Aufgebot an und es gelingt dadurch die Flammen rasch einzudämmen und durch einen massiven Löscheinsatz die gefährdeten Menschen zu retten. Danach beschweren sich die Anlieger darüber, dass durch den Feuerwehreinsatz die freie Bewegung in den umliegenden Straßen behindert war und noch ist und dass durch den Löscheinsatz ein Wasserschaden entstanden ist, den man hätte vermeiden können, wenn man nicht gleich so überreagiert hätte.“ Ein alter Merksatz hierzu lautet:

    „Wenn man vom Rathaus kommt ist man schlauer“

 Leider war in den letzten Monaten eine deutliche Verunsicherung auch bei unseren Patienten dahingehend festzustellen ob man durch einen Besuch in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus durch die Infektionsgefahr mit dem Covid-19-Virus in diesen Einrichtungen seine Gesundheit nicht mehr gefährdet als durch das Verdrängen und Verschleppen einer möglicherweise schwerwiegenden Erkrankung. Sie dürfen versichert sein, dass in den Praxen und Kliniken strengste Hygienemaßnahmen gelten und auch schon zum Schutz der Mitarbeiter im Umgang mit Patienten konsequent angewandt werden.

In unserer Praxis mussten wir bisher lediglich drei Covid-19 positive Patienten behandeln. Das entspricht gerade einmal einem Prozentsatz von 0,2% der im gleichen Zeitraum von uns wegen anderer Erkrankungen behandelter Patienten. Eine Gefährdung dieser Patienten konnte dabei durch strikte Einhaltung der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes ausgeschlossen werden. In einer Arztpraxis und Klinik sind Sie zur Zeit vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus sicher mehr geschützt als in jedem Bau – oder Supermarkt.

Verzögern Sie deshalb bei akuten Erkrankungen nicht die Diagnosestellung und damit die notwendige Therapie.

Vermeiden Sie bei chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel einem Diabetes mellitus, einer Stoffwechselerkrankung oder einem Bluthochdruck eine Verschlimmerung durch fehlende Kontrolluntersuchungen.

Tumorpatienten sollten auf keinen Fall auf eine regelmäßige Kontrolle der Tumorparameter  und damit auf eine Nachsorge verzichten! 

Wichtig ist uns auch der Hinweis gerade jetzt nicht auf prophylaktische Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge zu verzichten. Hierzu gehören vor allem Impfungen.

Gerade in Hinblick auf die Gefährdung durch das Coronavirus ist eine Stärkung des Immunsystems durch einen vollständigen Impfschutz dringend zu empfehlen! Neben einem Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Masern, Hepatitis A und B und gegen die Frühsommermeningitis (FSME) ist gerade jetzt der Impfschutz gegen Erkrankungen der Atemorgane für bestimmte Risikogruppen  dringend angezeigt.

Hierzu gehört ein ausreichender Impfschutz gegen eine Infektion mit Pneumokokken. Pneumokokken sind Bakterien die zu den häufigsten Auslösern schwer verlaufender bakterieller Infektionen vorwiegend der Lungen und der Hirnhäute zählen. An einer Infektion mit Pneumokokken versterben jährlich 1,6 Millionen Menschen weltweit. Außerdem kann diese Impfung eine bakterielle Superinfektion bei einer durch das Covid-19-Virus ausgelösten Lungenentzündung verhindern. Diese Komplikation ist im Übrigen die zweithäufigste Todesursache bei Covid-19-Patienten.

 In Deutschland wird deshalb dringend empfohlen alle Personen über 60 Jahren dagegen zu impfen. Personen mit chronischen Erkrankungen, z.B. Diabetiker, Tumorpatienten, Herz-Kreislauf-Erkrankte, sollten sich auch bereits vor dem 60. Lebensjahr gegen Pneumokokken impfen lassen. Empfohlen werden Impfungen mit den sich ergänzenden und in der Wirkung verstärkenden Impfstoffen  „Prevenar“ und „Pneumovax“ in einem bestimmten zeitlichen Abstand. Der danach bestehende Impfschutz sollte nach 6 Jahren spätestens mit einer neuerlichen „Pneumovaximpfung“ aufgefrischt werden.

In den letzten Monaten kam es auf Grund einer erhöhten Nachfrage nach diesen Impfstoffen zu erheblichen Engpässen bei der Versorgung mit  beiden Impfstoffen. Zur Zeit verfügen wir noch über eine beschränkte Menge an Prevenar und Pneumovax. Wir bitten Sie deshalb vor einem geplanten Impftermin nachzufragen in wieweit noch Impfstoff zur Verfügung steht.

Eine ebenso wichtige Impfung gegen eine schwerwiegende Atemwegserkrankung ist die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis). Dies gilt für Alle, besonders aber für Frauen mit Kinderwunsch, für Betreuer eines Kindes, wie Tagesmütter, Babysitter,  aber natürlich auch für  Eltern und Großeltern.

 Ihr Praxisteam