Praxis-Info April 2020

Liebe Patientin, lieber Patient,

Wir Alle sind derzeit „Gefangene“ der Coronapandemie. Haben wir vor zwei Monaten noch Scherze über das Auftreten der ersten Coronafälle in Stockdorf und den daraus resultierenden Reaktionen in der unmittelbaren Umgebung der wenigen Infizierten gemacht, so hat uns nun der weitere Verlauf der Erkrankung eines Besseren belehrt. Art und Umfang der Erkrankung wird auch in den nächsten Wochen unser soziales Leben massiv beeinträchtigen und das Leben mancher Mitbürger gefährden.

Rückblickend hat uns schon einmal in den Jahren 2002/ 2003 eine Infektion mit Coronaviren beschäftigt, , nämlich das sogenannte SARS.
Schweres ( S ) akutes ( A ) respiratorisches ( R ) Syndrom ( S )
Damals verlief die Erkrankung vorwiegend in Asien und in Nordamerika. Der Verlauf und die Folgen dieser Erkrankung glich der jetzigen Coronapandemie nur durch das auslösende Virus, nicht aber durch den weltweiten Verlauf.

Warum können bestimmte virale Infekte für uns so gefährlich werden?

Viren sind keine Lebewesen, wie zum Beispiel Bakterien oder Pilze. Viren haben keinen Stoffwechsel und können sich nur mit Hilfe infizierter menschlicher, tierischer oder pflanzlicher Zellen vermehren. Viren bestehen aus genetischem Material in Form der DNA oder RNA, das von einer Kapsel umgeben ist. Bei einer Infektion dringen die für Menschen pathogenen, das heißt krankmachenden, Viren in die menschliche Zelle ein, besetzen dort den DNA-haltigen Zellkern, schalten die menschliche DNA aus und veranlassen die menschliche Zelle durch ihre eigene DNA oder RNA-Information zur Produktion weiterer Viren, die dann die nächsten Zellen okkupieren. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, sind sie durch Antibiotika nicht angreifbar. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien indem sie auf verschiedene Weise deren Stoffwechsel stören und sie damit abtöten.
Unser Körper wehrt sich gegen virale Infekte einmal mit der Bildung von Interferon, das Zellen vor dem Neubefall mit Viren schützt und zum anderen durch die Bildung von Antikörpern in unserem Immunsystem.
Die Bildung der gegen einen bestimmten Virus wirksamen Antikörper beansprucht in der Regel 8 bis 10 Tage. Deshalb gilt der altbekannte Spruch für die Dauer eines Schnupfen der durch banale Rhinoviren verursacht wird „mit Doktor 8 Tage, ohne Doktor 1 Woche“.

Die Problematik der Abwehr eines Virusinfektes durch die Antikörperbildung besteht also darin, dass mancher Krankheitsverlauf so heftig und schnell verläuft, dass der Tod vor der Ausbildung kompetenter Antikörper eintritt. Diese Lücke kann vorab durch gezielte Impfungen geschlossen werden. Man gibt dabei nicht krankmachende Virusbestandteile unserem Immunsystem zur Ansicht und löst damit die Bildung wirksamer Antikörper aus. Diese stehen dann bei einer Infektion ab dem 8. Bis 10. Tag nach der Impfung zur Abwehr des eventuell tödliche Krankheiten auslösenden Virus zur Verfügung. Einen Impfstoff gegen das aktuelle Coronavirus gibt es noch nicht. Es wird fieberhaft an der Entwicklung eines solchen gearbeitet. Auf Grund der vorherigen Ausführungen ist es auch verständlich, warum Antibiotika bei einer Coronavireninfektion keine Therapieoption darstellen. Im Moment kann man nur auf eine Verlangsamung des gesamten Krankheitsverlaufes hoffen und dass somit dem Einzelnen die Bildung wirksamer Antikörperspiegel ermöglicht wird. Um die Zeit hierfür zu gewinnen müssen die von der Politik jetzt vorgegeben einschneidenden Maßnahmen konsequent befolgt werden.
Die Möglichkeiten zur persönlichen Hygiene sind ausreichend publiziert worden. Denken Sie aber bei dem regelmäßigen Gebrauch von Seifen und Desinfektionsmitteln beim Händewaschen daran, entsprechende Hautpflegemittel zusätzlich anzuwenden. Seifen und Desinfektionsmittel schaden der Haut und führen zu oberflächlichen Verletzungen die wiederum den Eintritt von Viren ermöglichen. Für die Zeit, die man für das einzelne Händewaschen aufwenden soll gilt für Christen die Regel, solange wie ein „Vater Unser“ dauert oder für alle Anderen, solange wie man braucht um ein „happy birthday to you“ zu singen.
Wir bitten Sie den Empfehlungen, die wir auf unserer Homepage formuliert haben zu Ihrem und unserem Schutz nachzukommen. Wir möchten den Praxisbetrieb unverändert, trotz der Coronapandemie, für unsere Patienten aufrechterhalten. Gibt es doch nach wie vor zahlreiche andere Erkrankungen die unseres Einsatzes bedürfen! Allerdings haben sich durch die gesetzlichen Vorgaben, die in den letzten Wochen zu einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand für unsere Praxismitarbeiterinnen führten, viele Überstunden angesammelt. Um diese wenigstens etwas auszugleichen sehen wir uns gezwungen
!!! vom 14.04 bis 17.04. unsere Praxis zu schließen !!!
Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis!
Ihr Praxisteam