Praxis-Info Februar 2020

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist vom Rosenmontag bis einschließlich Aschermittwoch (24.02. bis 26.02.) geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis!

Wie in jeder Praxisinfo möchten wir Sie auch im Februar zu einem medizinischen Thema informieren und beraten:         Volkskrankheit      OSTEOPOROSE 

In Deutschland sind rund 7,8 Millionen Menschen davon betroffen. So erleiden mehr als 40 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer nach dem 50. Lebensjahr einen durch Osteoporose bedingten Knochenbruch. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Deutschland Schlusslicht bei der Versorgung von Patienten mit Osteoporose. Es ließen sich alleine in Deutschland bis zu 40.000 Knochenbrüche pro Jahr verhindern, wenn Menschen mit Osteoporose eine ausreichende Behandlung und vor allem im Vorfeld prophylaktische Maßnahmen erhielten.

Osteoporose oder Knochenschwund wird oft als eine Erkrankung älterer Frauen angesehen. Aber auch  Männer sind betroffen und leiden ebenso unter den potenziellen Folgen.

 Die Knochen sind keine starre Substanz, es finden stets gleichzeitig Auf- und Abbauprozesse statt. Beim gesunden Menschen hält sich die Tätigkeit der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) die Waage. Etwa ab dem vierzigsten Lebensjahr überwiegt allerdings der Knochenabbau. Mit der Zeit werden diese dadurch immer fragiler, das Risiko für Knochenbrüche steigt. Das Lebensalter spielt also eine große Rolle bei der Entstehung einer Osteoporose. Bei Frauen kommt aber noch ein weiterer Einflussfaktor hinzu, die „Wechseljahre“. Dabei produziert der Körper immer weniger Östrogen. Dieses Hormon schützt die Knochen vor einem vorzeitigen Knochenabbau. Auch bei Männern nimmt die Produktion der „knochenschützenden“ Sexualhormone mit dem Alter ab. Allerdings verringert sich die Knochendichte bei ihnen nicht im gleichen Maß wie bei Frauen. Ein weiterer Risikofaktor ist die familiäre Disposition, wenn z. B. Osteoporose bedingte Knochenbrüche bei nahen Verwandten bekannt sind. Des Weiteren  tragen Untergewicht, Nikotinkonsum, unzureichende Bewegung und eine  verminderte Calcium – und Vitamin – D3 Versorgung zu einem erhöhten Osteoporoserisiko bei. Aber auch Erkrankungen, wie  eine Überfunktion der Schilddrüse, chronische Darmerkrankungen, eine eingeschränkte Nierenfunktion, rheumatische Erkrankungen, eine langfristige Cortisontherapie oder die regelmäßige Einnahme von Magenschutzpräparaten gehen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose einher.

Wenn der Verdacht auf eine Osteoporose besteht, wird Ihr Arzt zur Diagnostik, neben der Anamnese, eine Blutuntersuchung und eine Knochendichtemessung in einer radiologischen Praxis (DXA- Messung)  veranlassen.

Eine Osteoporose verursacht über einen langen Zeitraum entweder keine Beschwerden oder aber nur unspezifische, das heißt unklare „rheumatische Schmerzen“ des Bewegungsapparates, was insgesamt die Diagnosestellung erschwert. Die Folge einer unerkannten Osteoporose sind wie bereits ausgeführt, Brüche verschiedener Knochen. Wenn z.B. durch den Knochenschwund Wirbelknochen porös werden und in sich zusammenbrechen, verformt sich die Wirbelsäule. Durch diese Kompressionsbrüche, die sich vorwiegend im Brust- und Lendenbereich ereignen, nimmt die Körpergröße ab und es bildet sich ein Rundrücken, im Volksmund auch „Witwenbuckel“ genannt.

Um den Knochenabbau zu bremsen, ist es aber nie zu spät. Wie rasch dieser Prozess einsetzt und voranschreitet ist auch eine Frage der individuellen Lebensführung. Hier steht vor allem eine ausreichende Bewegung, eine calciumreiche Ernährung, das Vermeiden von zu viel Alkohol und der Verzicht auf Nikotin im Mittelpunkt der Therapie.

Durch Bewegung wird auf den Knochen Druck und Zug ausgeübt, dadurch wird der Knochenaufbau anregt und gleichzeitig der Abbau reduziert. Noch wichtiger ist eine regelmäßige Bewegung, wenn bereits eine Osteoporose besteht.

Die Knochen sind das einzige Kalziumreservoir im Organismus. Entsteht  ein Calciumdefizit aufgrund einer calciumarmen Ernährung wird dem Knochen Calcium entzogen und er verliert an Stabilität. Ein Erwachsener sollte deshalb täglich etwa 800-1000 Milligramm Calcium über die Nahrung aufnehmen. Calciumreiche Lebensmittel sind  Milchprodukte und Fleisch. Ein besonders guter Calcium-Lieferant ist auch calciumreiches Mineralwasser. Das zugeführte Calcium kann der Organismus jedoch nur dann aufnehmen und verwerten, wenn gleichzeitig ausreichend Vitamin D3 vorhanden ist. Die Zufuhr von Vorstufen des Vitamin-D ist durch die meisten  Nahrungsmittel nicht ausreichend. Nur wenige Lebensmittel verfügen über einen nennenswerten Vitamin D Anteil. Ausreichende Vorstufen des Vitamin D3 sind  z.B. im Lebertran, verschiedenen Fettfischen, Innereien, Butter oder Pilze wie Steinpilze, Pfifferlinge oder Champignons, enthalten. Werden diese Lebensmittel allerdings gekocht, vermindert sich die Vitamin-D-Konzentration um rund 10 Prozent. Umgekehrt können Sie mit ungeeigneten Nahrungs- und Genussmitteln die Knochensubstanz auch schädigen. Vor allem Alkohol, Nikotin, Cola-Getränke, Nahrungsmittel aus Konserven und Wurstwaren sind „Calciumräuber“. Zusätzlich erhöht ein Folsäuremangel das Risiko an einer Osteoporose zu erkranken. Der Tagesbedarf an Folsäure von 400 µg lässt sich durch eine gesunde Ernährung mit Spinat, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten decken.

Bei bereits an einer Osteoporose erkrankten Patienten ist eine konsequente Sturzprophylaxe zur Vermeidung von Knochenbrüchen von zentraler Bedeutung. Tragen Sie festes Schuhwerk, auch zu Hause, räumen Sie Stolperfallen im Haushalt, wie Kabel oder Läufer und Teppiche, aus dem Weg.

Ist die Diagnose Osteoporose einmal gestellt  ist es  wichtig, dass zunächst für eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D gesorgt wird, gegebenenfalls kann beides als Medikament verordnet werden. Zusätzlich stehen verschiedene  Medikamente, je nach Stadium der Erkrankung, wie  Bisphosphonate  zur Verfügung. Die Wirkung dieser Medikamente beruht in der Hemmung der Aktivität der knochenabbauenden Zellen. Dies bewirkt letztlich eine Zunahme der verminderten Knochenmasse.

Sollte sich aufgrund der oben genannten Risikofaktoren und Symptome der Verdacht auf eine beginnende oder bereits bestehende Osteoporose ergeben, lassen Sie sich untersuchen und vermeiden sie so unnötige Knochenbrüche durch eine Osteoporose und damit einen erheblichen Verlust  an Lebensqualität!

Ihr Praxisteam