Praxis-Info September 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst ein organisatorischer Hinweis für  Oktober. Wir möchten unsere Patienten vorsorglich bereits jetzt darauf hinweisen, dass unsere Praxis am 04., 07. und  08. Oktober wegen der Installation einer neuen EDV-Anlage geschlossen sein wird. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

 Wir möchten Sie auch in dieser Praxisinfo zu einem wichtigen medizinischen Thema informieren:                                                               KOPFSCHMERZ

Der Wissenschaft sind 367 Arten von Kopfschmerzen bekannt. Nach statistischen Erhebungen der Krankenkassen haben 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland regelmäßig Kopfschmerzen.

Man unterscheidet dabei zwischen primären Kopfschmerzen und sekundären Kopfschmerzen die durch unterschiedliche Gesundheitsstörungen ausgelöst werden können. Als Folge von Kopfschmerzen werden in Deutschland jährlich 2,55 Milliarden Kopfschmerztabletten eingenommen. Das geschieht häufig ohne ärztliche Kontrolle, da viele Kopfschmerztabletten frei verkäuflich sind. Aus diesem Konsumverhalten kann sich der sogenannte „Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz“ entwickeln. Dieser steht in der Statistik der primären Kopfschmerzen nach der Migräne, dem Clusterschmerz und dem Spannungskopfschmerz an vierter Stelle der Häufigkeit von Kopfschmerzen, denn Kopfschmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol schaffen bei längerer Einnahme eine Abhängigkeit in Form von Entzugskopfschmerzen. Die Betroffenen kommen dann ohne Kopfschmerzmedikamente nicht mehr zurecht. Hier hilft dann nur eine längerfristige Einnahmepause. Um die Entwicklung dieser Kopfschmerzart zu vermeiden sollte man diese Kopfschmerzmittel maximal an drei aufeinander folgenden Tagen einnehmen. Sollten danach die Beschwerden immer noch bestehen empfiehlt es sich den Arzt zu konsultieren, um eventuell schwerwiegende Ursachen der aktuellen Kopfschmerzen auszuschließen.

> Primäre Kopfschmerzen und deren Symptome:

  1. Spannungskopfschmerz: Muskuläre Nackenschmerzen, drückend wie ein Eisenring um den gesamten Kopf. Keine vegetativen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Dauer Minuten bis Tage, meist ausgelöst durch konzentrierte Arbeit in starrer Haltung z. B. am Computer. Besserung durch Entspannungsübungen (Jacobson) und Bewegung an der frischen Luft.
  2. Migräne: Vorboten über 4 bis 48 Std. mit Übelkeit und Erbrechen, Lichtscheu, Schwindel, zunächst halbseitiger pulsierender Kopfschmerz, Dauer von 4 bis 72 Std., Beschwerden verstärkt durch körperliche Tätigkeit. Verhinderung durch rechtzeitige Einnahme von speziellen Migränemedikamenten.
  3. Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Neuralgie): Halbseitiger Kopfschmerz. Häufig ein bis zwei Std. nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden oder nach dem Mittagessen. Schmerzcharakter unerträglich, reißend und bohrend in der Regel um ein tränendes Auge herum mit Lidschwellung und verstopfter Nase. Keine Übelkeit, kein Erbrechen. Oft durch sehr histamin- haltige Speisen oder Getränke, z. B. Rotwein ausgelöst. Dauer mehrere Stunden, Ursachenermittlung z. B. Schmerztagebuch und Vermeidung der Auslöser.

 

>Sekundäre Kopfschmerzen und deren Ursachen:

  1. Bluthochdruck: sowohl hoher, als auch niedriger Blutdruck sind die häufigste Ursache für sekundäre Kopfschmerzen.
  2. Schädelhirntraumen: Hirnerschütterung, Schädelprellungen.
  3. Veränderungen an der Halswirbelsäule: mit Muskelverspannungen.
  4. Veränderungen der Sehstärke: Neue Brille, Computerarbeitsplatz.
  5. Glaukom (grüner Star): Erhöhter Augendruck
  6. Herpes Zoster: Trigeminusneuralgie
  7. Vakuumkopfschmerz: Belüftungsstörung der Nasennebenhöhlen
  8. Hirnblutungen:
  9. Arteritis der Schläfenarterien: Riesenzellarteritis
  10. Hustenkopfschmerz: Nach heftigen Hustenattacken z. B. Bronchitis.
  11. Sexualkopfschmerz: Unmittelbar vor dem Orgasmus.
  12. Hirnhautentzündungen: FSME, Meningitis.
  13. Hirntumoren: Durch Raumforderung im knöchernen Schädel.

 Kopfschmerz ist demnach keine Diagnose sondern die Beschreibung eines Symptoms  der unterschiedlichsten Form und Ausprägung. Entscheidend ist, dass bei einem Kopfschmerz der länger als drei Tage anhält frühzeitig eine Ursache für die Beschwerden gefunden wird. Ihr Arzt wird zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte durchführen. Eine neurologische Untersuchung ist ebenso angezeigt wie eine körperliche Untersuchung (z.B. Blutdruck?). Sollte hierbei keine eindeutige Zuordnung der Kopfschmerzen möglich sein, wird eine Laboruntersuchung mit Feststellung von Entzündungsparametern ebenso weiterführen, wie die Durchführung „bildgebender Verfahren“ mittels Computertomographie und MRT. Sinnvoll ist zusätzlich eventuell ein neurologisches sowie Augen-und HNO-ärztliches Konsil.  Erst wenn dann die Ursache für die Kopfschmerzen zweifelsfrei feststeht wird Ihr Arzt eine zielgerichtete Therapie einleiten. Lassen Sie sich beraten!

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