Praxis-Info August 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist am 16. August (Brückentag) geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Ab dem 01.08. wird Frau Dr. Johanna Reiter als Weiterbildungsassistentin unser Ärzteteam verstärken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Wie in jeder Praxisinfo wollen wir Sie auch diesmal über ein wichtiges medizinisches Thema informieren:                                  

         Der EISENSTOFFWECHSEL im menschlichen Organismus.

Das Element Eisen stellt ein wichtiges Spurenelement im menschlichen Körper dar. Die regelrechte Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Transport von Sauerstoff, die Sauerstoffaufnahme in den Organen und damit letztlich der gesamte Energiehaushalt unseres Körpers ist von einem ausreichenden Eisenangebot abhängig.

 Der Körper des Menschen enthält je nach Körpergröße circa 4 bis 6 g Eisen. Eisen findet sich vor allem in den roten Blutkörperchen, gebunden an das Hämoglobin (Blutfarbstoff) und sorgt dort für den Transport des lebensnotwendigen Sauerstoffes zu den Organen. In der Leber und in einigen Zellen unseres Immunsystems findet sich Eisen in einer Speicherform als Ferritin. Weiteres Eisen ist an das Myoglobin, dem Farbstoff unserer Muskulatur gebunden.

Der tägliche Eisenbedarf beträgt circa 1,5 mg. Da jedoch von dem, z.B. auch durch Eisentabletten zugeführten Eisen nur circa 10% aufgenommen werden, sollte die tägliche Eisenzufuhr mindestens 15 mg bei Männern und 25 mg bei Frauen in der Geschlechtsreife betragen. Bei Schwangeren und Stillenden erhöht sich dieser Bedarf auf 30 mg pro Tag.

 Blutverluste verringern den Eisengehalt im Körper beträchtlich. Bei Verlust von 1ml  Blut gehen  0.5 mg Eisen verloren. Dies ist bei Blutungen nach Unfällen und Operationen von Bedeutung. Männer und Frauen verlieren über absterbende Schleimhaut- und Hautzellen circa 1mg Eisen pro Tag. Der durchschnittliche Blutverlust durch die monatliche Menstruationsblutung beträgt bei einer gesunden Frau circa 60 ml Blut, bei krankhaften Veränderungen an der Gebärmutter (Myome) kann der Blutverlust bei einer Menstruationsblutung jedoch bis zu 120 ml betragen. Schon deshalb leiden Frauen viel häufiger an einem Eisenmangel als Männer.

Eisen nehmen wir vorwiegend durch den Verzehr von Fleisch auf. Pflanzliche Nahrung, wie zum Beispiel Spinat, ist eisenarm und behindert durch die Bildung von schwer löslichen Verbindungen sogar die Eisenaufnahme aus anderen Nahrungsmitteln. Lediglich Sojabohnen sind wegen ihres hohen Eiweißgehaltes ein pflanzliches Nahrungsmittel mit für den Menschen verwertbarem Eisen. Zur Aufnahme von Eisen im Dünndarm muss das Nahrungseisen mit Hilfe der Magensäure jedoch erst aufbereitet werden. Säuglinge und ältere Menschen haben eine geringere Menge an Magensäure und sind deshalb auch in der Eisenaufnahme eingeschränkt. Wer ist noch gefährdet an einem Eisenmangel zu erkranken?

Etwa 20% der Frauen in der Geschlechtsreife leiden aus den bereits erwähnten Gründen generell an einem Eisenmangel, der in einer Schwangerschaft und durch Stillen noch deutlich verstärkt wird. Adipöse Patienten mit einer Fehlernährung (viel Süßes, wenig Eiweiß) gehören ebenso wie Übergewichtige, die durch fragwürdige Diäten ihr Gewicht reduzieren wollen, zur Risikogruppe. Chronische Entzündungen können ebenso wie Nierenerkrankungen oder Magen- Darmerkrankungen, zu einem Eisenmangel führen. Krebspatienten sind wegen eines hohen Eisenverbrauches ebenso wie Leistungssportler gefährdet an einem Eisenmangel zu leiden. Vegetarier und Veganer gehören naturgemäß ebenfalls zur Risikogruppe. Man kann also feststellen: Alles was zu einem Eisenverlust führt und Alles was zu einer zu geringen Eisenaufnahme beiträgt wird letztlich unweigerlich  zu einem Eisenmangel führen.

Hinter welchen der hier aufgeführten unspezifischen Symptome kann sich  ein Eisenmangel verbergen?

Chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit bereits am Morgen, meist als „Burnout-Syndrom“ fehlgedeutet, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Konzentrationsschwäche, brüchige Haare und Nägel, Frieren, Herzrasen, Luftnot bereits bei geringster körperlicher Belastung, Blässe mit ungesundem Aussehen, nächtliche unruhige Beine sowie das ADHS  (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) bei Kindern können auf einen Eisenmangel hinweisen. Sollten Sie bei sich eines dieser Symptome feststellen, fragen Sie Ihren Arzt.

Mit einer Blutbildanalyse, der Bestimmung des Bluteisenwertes, des Ferritin- und Transferrinwertes aus dem Blut in Verbindung mit der Erhebung der Krankengeschichte ist sehr rasch und zielgerichtet die Diagnose „EISENMANGEL“ zu sichern und damit eine adäquate Massnahme einzuleiten.

Diese besteht zunächst in einer Ernährungsberatung, der Suche nach einer Blutungsquelle und bei einem nur geringen Eisenmangel in der Gabe von Eisentabletten. Da diese Medikamente aber meist zu Magen-Darm-Problemen führen, zum Beispiel zur Übelkeit, empfiehlt sich die Therapie eines Eisenmangels durch die intravenöse Eisengabe mittels Infusion. Diese ist annähernd nebenwirkungsfrei und verbessert den Eisenspiegel rasch und signifikant.

Ihr Praxisteam