Praxisinfo Mai 2019

Liebe Patientin, lieber Patient,

unsere Praxis ist am 02. und 3. Mai sowie am 31.Mai geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis. Obwohl wir entgegen den Wünschen des Herrn Gesundheitsminister bisher nur 20 Stunden pro Woche offizielle Sprechstundenzeit angeboten haben, sind bei unseren MFAs in den letzten Monaten erhebliche „Überstunden“ aufgelaufen. Um diese auszugleichen bleibt nur die Möglichkeit von kurzfristigen „Praxisferien“. Wie die Personalsituation zukünftig zu regeln ist, wenn die Sprechstundenzeiten auf 25 Wochenstunden erweitert werden müssen „steht  noch in den Sternen“. Vielleicht hält die Politik für uns und Sie  dazu eine Lösung bereit?

 

Wie in jeder Praxisinfo möchten wir Sie auch heute über ein gesundheitliches Thema beraten            >  Das REIZDARMSYNDROM <

 Wenn  chronische, das heißt länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden wie z.B. Bauchschmerzen,  Blähungen und /oder  wenn damit Stuhlgangveränderungen wie Verstopfung oder Durchfälle  auftreten, kann ein so genanntes Reizdarmsyndrom dafür die Ursache sein.

Statistische Erhebungen zeigen, dass fast jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens unter solchen Magen-Darm-Beschwerden leidet. Männer sind davon deutlich weniger oft betroffen.

Die Patienten klagen über unspezifische Bauchschmerzen, über  Druck- und Völlegefühl nach Mahlzeiten, ein frühes Sättigungsgefühl sowie sehr schmerzhafte Blähungen. Das Krankheitsbild geht oft auch mit Veränderungen des Stuhls wie Durchfall mit dünnflüssigen, häufigen Darmentleerungen, ggf. mit Schleimbeimengungen einher.  Schafskotartige Stühle und Verstopfungen kommen ebenso häufig vor wie auch ein schmerzhafter Stuhldrang und das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Eine Besserung der Bauchschmerzen und des Völlegefühls stellt sich meistens erst nach einer Darmentleerung ein.

Warnhinweise,  die gegen das Vorliegen eines Reizdarmsyndroms  sprechen, sind nächtliche Durchfälle, Fieber, Blut im Stuhl sowie ein Gewichtsverlust. Da die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ erst nach Ausschluss anderer, möglicherweise schwerwiegender Erkrankungen des Verdauungstraktes gestellt werden darf,  müssen zunächst alle anderen möglichen Ursachen der geklagten Beschwerden  durch Ihren Arzt abgeklärt werden!

Voraussetzung dafür ist eine ausführliche Erhebung der Anamnese, und eine gründliche körperliche Untersuchung. Des Weiteren sind hierbei  laborchemische, mikrobielle und bildgebende ( Sonografie, CT und MRT) Verfahren dringend angezeigt. Vor Diagnosestellung eines Reizdarmsyndroms ist die Durchführung einer endoskopischen Untersuchung durch eine Magen-Darmspiegelung zum Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen des Verdauungssystems unabdingbar, denn auch eine bösartige Magendarmerkrankung oder Dickdarmpolypen können zunächst die Symptome eines Reizdarmsyndroms vortäuschen.

In unserer Praxis wird hierzu  neben der Anamneseerhebung und der körperlichen Untersuchung auch eine Sonografie des Bauchraumes durchgeführt. Eine Blutuntersuchung mit Blutbild und Bestimmung der Enzymwerte für die Leber und Bauchspeicheldrüse,  Ausschluss einer Helicobacterinfektion durch einen Atemtest, und die Durchführung eines Testes auf Gluten- und Lactoseunverträglichkeit ergänzen diese Untersuchungen. Als sehr zielführend hat sich auch die Bestimmung der Diaminooxidase, ein Histamin abbauendes   Enzym des Darmes, erwiesen. Bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Käse, Wein oder Tomaten beinhalten sehr viel Histamin und führen damit bei einer Verminderung der Diaminooxidase bei Aufnahme dieser Nahrungsmittel  zu einer Symptomatik wie bei einem Reizdarmsyndrom. Angezeigt sind auch Stuhluntersuchungen auf Bakterien, Pilze oder Parasiten, die Bestimmung der Elastase im Stuhl, sowie die Untersuchung des Stuhls auf Calprotectin, ein Parameter für Entzündungen im Darm. Des Weiteren sollte der Stuhl auf occultes Blut, wie es bei einer Entzündung  oder einer Tumorerkrankung des Magendarmtraktes auftreten kann,   mittels eines Hitado oder iFOB-Testes untersucht werden.

 

Die Therapie  eines so gesicherten  Reizdarmsyndroms kann in einer Änderung der Essgewohnheiten, der Gabe von krampflösenden  Mitteln oder Probiotika (lebende Mikroorganismen) und in der ärztlichen Aufklärung über die Harmlosigkeit der Erkrankung bestehen.

Zu den anzuratenden  Essgewohnheiten gehören die Einnahme von viel Flüssigkeit und von Ballaststoffen (Müsli, Obst, Gemüse). Die morgendliche Einnahme von Flohsamen ist ebenfalls empfehlenswert. Als Quell- und Füllstoffe binden sie Wasser, dadurch nimmt  im Darm das Stuhlvolumen zu  und die Darmtätigkeit    wird dadurch normalisiert. Zudem wird der Stuhl weicher und kann so beschwerdefrei abgesetzt  werden.

Bei Verstopfung   können, wenn  auch nur kurzfristig, osmotisch wirksame Abführmittel wie Macrogol oder pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden. Bei Schmerzen bieten sich krampflösende Mittel wie Mebeverin oder Buscopan unterstützt durch Pfefferminz- und Kümmelöl an. Auch die Anwendung von Wärmepackungen (Wärmflasche) hat eine krampflösende Wirkung bei einem durch  Reizdarm verursachten Bauchschmerz. Lassen Sie sich beraten.