Praxis-Info November 2018

Liebe Patientin, lieber Patient,

zunächst einige Informationen zu unserer Praxis:

Frau Dr. Hiesinger und Frau Franziska Worm befinden sich ab dem 26.9. bzw. 31.10. im Mutterschutz. Wir wünschen beiden für das bevorstehende Ereignis alles Gute und danken für die sehr engagierte Mitarbeit.

Frau Andrea Wille unterstützt als MFA seit dem 1.10. unser Praxisteam.

Unsere Praxis ist aus organisatorischen Gründen am 2.11. und vom 19.11. bis  30.11. geschlossen. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.

Kommen Sie vorher noch zur Impfung gegen die INFLUENZA!

Der „dunklen Jahreszeit“ entsprechend wollen wir Sie in dieser Praxisinfo erneut zu einem wichtigen medizinischen Thema informieren, nämlich zur Bedeutung des

 

                                            V I T A M I N   D3 .

 

Vitamin D3 (Cholecalciferol) spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Calciumspiegels im Blut und beim Knochenaufbau.

Ein Mangel an diesem Vitamin führt bei Kindern zur Rachitis (englische Krankheit) und bei Erwachsenen zur Osteoporose. Beides sind schwerwiegende Knochenerkrankungen.

In den letzten Jahren ist durch intensive Forschungen erkannt worden, dass ein Mangel an Vitamin D3 aber nicht nur zu Erkrankungen der Knochen führt, sondern auch einen erheblichen Risikofaktor für das Auftreten weiterer schwerwiegender Erkrankungen beim Menschen darstellt.

  1. So können bei Patienten mit einem permanenten Vitamin D3 – Mangel gehäuft Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Verschlusserkrankungen der Becken – und Beinarterien (pAVK), Herzinsuffizienz, Schlaganfälle, plötzlicher Herztod, Demenz oder eine Parkinsonerkrankung, auftreten.
  2. Vitamin D3 spielt als so genannter „Radikalenfänger“ eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung bösartiger Erkrankungen, wie zum Beispiel gegen Dickdarm- und Brustkrebs.
  3. Vitamin D3 stärkt nachweislich das Immunsystem gegen Atemwegserkrankungen, Influenza und grippale Infekte.
  4. Des Weiteren führt ein Vitamin D3 – Mangel zu einem Calciumdefizit in der Muskulatur. Dies bewirkt eine Störung der koordinierten Muskeltätigkeit und damit eine erhöhte Sturzrate. Es konnte nachgewiesen werden, dass ein normaler Vitamin D3 – Spiegel die Sturzrate gefährdeter Patienten und die damit verbundene Rate von Knochenbrüchen um bis zu 19% reduziert.
  5. Ein Vitamin D3-Mangel führt, bedingt durch den Calciummangel, zu krankhaften Veränderungen an der Nebenschilddrüse mit einer vermehrten Ausschüttung des dort gebildeten Parathormons. Dieses Hormon ist mitverantwortlich für die intensive Entkalkung (Osteoporose) der Knochen.

 

Wie kann man einen Vitamin D3 – Mangel verhindern?

Vorstufen des Vitamin D3 nehmen wir mit der Nahrung auf. Diese sind vor allem im Lebertran, Fettfisch (Lachs, Aal, Sardinen), Innereien und in einem geringen Maß in Milchprodukten, wie Butter und Käse enthalten. Um das für den Menschen wichtige aktive Vitamin D3 zu produzieren, müssen die Vitaminvorstufen (D1 und D2) aber in der Haut einer UVB-Bestrahlung (Sonnenlicht) ausgesetzt werden. Eine fehlende Sonnenlichtexposition verhindert demnach die Bildung von Vitamin D3 ebenso wie der Gebrauch von Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Es versteht sich von selbst, dass die Bildung von Vitamin D3 in unseren Breiten auch stark von den Jahreszeiten abhängig ist. Bei niedrigem Sonnenstand mit vorwiegender UVA-Strahlung ist in Mitteleuropa die Ausbildung eines Vitamin D3-Mangels deshalb besonders ausgeprägt.

Anzustreben ist eine Serumkonzentration von 30 bis 60 ng/ml an Vitamin D3. Wegen der Bedeutung des Vitamin D3-Spiegels haben wir die Bestimmung des  Vitamin D3-Spiegels  in unser Vorsorgeprogramm aufgenommen. Zu unserem Erstaunen wiesen dabei circa 80% der untersuchten Patienten deutlich zu niedrige Vitamin D3-Spiegel auf. Diese Patienten bedürfen also dringend einer Substitution mit einem Vitamin D3-haltigem Medikament, z.B. Vigantoletten oder Dekristol und eventuell, wegen eines bestehenden Calciummangels, auch der gleichzeitigen Calciumsubstitution. In diesen Medikamenten liegt das Vitamin D3 bereits in der aktiven Form vor und es bedarf nicht mehr der Aktivierung durch das Sonnenlicht, was wiederum der Gefahr von UV-Licht induzierten Hauttumoren entscheidend entgegen wirkt.

Lassen Sie sich beraten und nutzen Sie die Möglichkeit im Rahmen einer einfachen Laborbestimmung, einen für Ihre Gesundheit gravierenden Mangel an Vitamin D3 frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Leider muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass trotz dieser Erkenntnisse die erforderliche Laboruntersuchung nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen ist. Auch werden die Kosten für die eventuell erforderlichen Medikamente, wie zum Beispiel für die Präparate „Vigantoletten oder Dekristol“ ,von den privaten und  gesetzlichen Krankenkassen nicht immer übernommen, da diese als so genannte „Nahrungsergänzungsmittel“ eingeordnet werden.

Ihr Praxisteam